Hamburg - Jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat! Der FC St. Pauli will am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln nach der 0:5-Klatsche gegen die Bayern nicht nur Wiedergutmachung betreiben, sondern auch drei wichtige Zähler im Abstiegskampf einfahren.
Daher wollte Trainer Alexander Blessin (52) auch gar nicht groß über die Partie vom Samstagabend mehr reden - zwischenzeitlich hatte er sie sogar ganz aus seinem Gedächtnis gestrichen - sondern vielmehr auf die Partie am Freitagabend schauen.
Denn die Ausgangslage ist klar: Nur ein Sieg hilft den Kiezkicker eigentlich weiter, um noch im Rennen um den direkten Klassenerhalt zu bleiben. Die Kölner hingegen könnten mit einem Dreier fast schon sicher für eine weitere Saison in der ersten Liga planen.
Grund dafür ist unter anderem auch der Trainerwechsel zu René Wagner (53), unter dem der Effzeh vier Punkte aus zwei Spielen holen konnte. "Beim Spiel gegen Bremen gab es früh eine Rote Karte, da ist es schwierig, das einzuschätzen", erklärte Blessin.
Beim Remis gegen Frankfurt hingegen zeigte Köln zwei unterschiedliche Gesichter. "Aber man hat schon gesehen, dass bestimmte Spieler das Vertrauen ausgesprochen bekommen haben und das gut ankommt", urteilte der 52-Jährige. "Wir müssen auch mit ein paar Variationen rechnen und müssen darauf reagieren."
FC St. Pauli: Trainer Alexander Blessin gibt Marschroute vor
Viel wichtiger ist allerdings, dass St. Pauli, im Gegensatz zur zweiten Hälfte gegen die Bayern, wieder über 90 Minuten die Bereitschaft auf dem Platz zeigt. "Wir haben das angesprochen", stellte Blessin klar und forderte: "Wir wollen mit Ball attackieren, wir wollen gegen den Ball attackieren, aber dafür brauchen wir ständige Aktivität."
Passend dafür kommt mit Jackson Irvine (33) der Kapitän wieder zurück aufs Feld, der mit seiner Laufstärke und mit seiner Führungsstärke enorm wichtig ist.
Generell sind sich die Verantwortlichen und auch die Spieler fünf Spieltage der prekären Situation bewusst. "Das ist ja schon von Anfang an klar gewesen", verdeutlichte Blessin. "Wir haben aber alles noch in der eigenen Hand."
Daher versuche er, mit einer gewissen Lockerheit voranzugehen. "Alles, was Druck auslöst, hemmt", erklärte er, auch wenn er wusste, dass der Druck immer da ist. Am Freitagabend könnte der aber ein wenig von den Schultern der Kiezkicker abfallen.