St.-Pauli-Trainer Blessin von seiner Mannschaft enttäuscht: "War einfach zu wenig!"

Hamburg - Der erhoffte Befreiungsschlag blieb aus! Zwar feierten die Fans die Stadtmeisterschaft, dennoch war beim FC St. Pauli nach dem torlosen Derby am Freitagabend gegen den HSV niemand zufrieden.

St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) hatte sich von seiner Mannschaft ein anderes Auftreten erhofft.
St. Paulis Trainer Alexander Blessin (52) hatte sich von seiner Mannschaft ein anderes Auftreten erhofft.  © WITTERS

Alexander Blessin (52) versuchte nach der Partie die Fassung zu wahren, auch wenn es ihm in Teilen gelang, fand er deutliche Worte. "Es ist schwierig, weil ich einfach enttäuscht bin", stellte St. Paulis Trainer klar. "Wir waren zu zögerlich, zu langsam und nicht richtig drin im Spiel."

Vor allem die Zweikampfquote von unter 40 Prozent in der Hälfte brachte ihn auf die Palme. "Wenn wir hier von einem Abstiegsderby sprechen, kann das einfach nicht sein", kritisierte er sein Team. Zwar hatte St. Pauli wenig zugelassen, aber offensiv fiel ihnen ebenso wenig ein wie dem Gegner. "Ich hatte das Gefühl, der HSV wollte nicht so richtig und wir wollten nicht."

Statt sich auf die fußballerischen Qualitäten zu besinnen, die durchaus vorhanden sind, wählten die Kiezkicker immer wieder den langen Ball, der postwendend zurückkam, weil auch keine zweiten Bälle gewonnen wurden.

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Eigentlich war die Idee, so Ricky-Jade Jones (23), der mit 36,1 km/h einen neuen Saison-Rekord aufgestellt hat, ins Spiel zu bringen, doch dem Engländer fehlte ein wenig das Timing. "Er ist manchmal noch zu abwartend und muss noch das richtige Näschen dafür entwickeln", erklärte Blessin.

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Die Einwechslungen von Danel Sinani (28, l.) und Jackson Irvine (32, r.) brachten neuen Schwung.
Die Einwechslungen von Danel Sinani (28, l.) und Jackson Irvine (32, r.) brachten neuen Schwung.  © WITTERS

In der zweiten Hälfte waren die Kiezkicker spätestens mit den Einwechslungen von Jackson Irvine (32) und Danel Sinani (28) besser im Spiel. "Wir haben dadurch ein, zwei Chancen herausgespielt, waren aber sehr fahrig", urteilte der FCSP-Coach, den vor allem die schlechten Standards aufregten. "Von acht Ecken sind sechs nicht über den ersten Pfosten gekommen."

Gegen Ende musste sich St. Pauli noch fast beim HSV bedanken, dass der einige Konter schlecht ausspielte. "Wir haben Ballverluste, die normalerweise bestraft werden", wusste auch Blessin.

Weil das eben nicht der Fall war, blieb es nach 90 Minuten beim torlosen und ereignisarmen 0:0. "Nicht befriedigend, aber trotzdem ein Punkt", lautete das Fazit des 52-Jährigen. "Wir wissen nicht, für was der Punkt noch gut ist."

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Nach den ersten beiden guten Spielen, die verloren gingen, hätte er nichts dagegen gehabt, mit einem schlechten Spiel auch mal einen Dreier einzufahren, wie er sagte, doch das wäre am Freitagabend zu viel des Guten gewesen. Vielleicht wird der ja aber am Dienstag (20.30 Uhr) im Nachholspiel gegen RB Leipzig dann eingefahren.

Titelfoto: WITTERS

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