Hamburg - Ein Sieg ist Pflicht! Der FC St. Pauli ist am Samstag (15.30 Uhr) beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim zum Siegen verdammt, um weiterhin die Chance auf den direkten Klassenerhalt zu erhalten. Die Stimmung ist aber getrübt.
Grund dafür war die Verletzung von Mathias Pereira Lage (28), der sich am Mittwoch schwer am Knie verletzte und bis zum Jahresende ausfallen dürfte. "Das war ein Schock", gestand Trainer Alexander Blessin (52). "Wenn ein Spieler auf dem Boden liegt und schreit, dann weiß man, dass die Situation nicht einfach ist."
Dennoch musste der Übungsleiter den Blick schon wieder nach vorne und auf Heidenheim richten. Auf die Kiezkicker wartet ein unangenehmer Gegner, der seine letzte Chance auf den Klassenerhalt ergreifen will.
"Wir wissen, was auf uns zukommt. Es wird ein Spiel sein, wo wir wenig Raum haben werden und im Eins-gegen-Eins verfolgt werden", erklärte Blessin, der Heidenheim als "ekelhaft" bezeichnete. "Sie geben nie auf, egal wie der Stand ist."
Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt (52) galt zwischenzeitlich schon als abgestiegen, greift mittlerweile aber wieder nach dem letzten Strohhalm. "Seitdem er gesagt hat, sie haben keine Chance mehr, spielen sie wieder Frank-Schmidt-Fußball", erkannte Blessin an. "Das hat sehr viel mit Intensität, mit Aggressivität und viel nach vorne verteidigen zu tun."
FC St. Pauli: Wer ersetzt Mathias Pereira Lage?
Wichtig sei es aus seiner Sicht, die erste Druckphase des Gegners zu überstehen und dann die aufgeheizte Stimmung zum Schweigen zu bringen. "Wir müssen dagegen halten und dürfen uns nicht beeinflussen lassen", forderte der FCSP-Coach. Vergangene Saison konnte sein Team mit 2:1 auf der Alp gewinnen.
Ein ähnliches Ergebnis würde er sofort unterschreiben, denn am Samstag hilft eigentlich nur ein Sieg. Ein Unentschieden, so wie er es sonst auch mitnehmen würde, wäre fast schon zu wenig. "Wir haben intern für uns eine Lösung gefunden, wie wir agieren wollen", machte Blessin, der ein enges Spiel erwartet, deutlich.
Unklar ist noch, wer die Position von Pererira Lage übernehmen wird. Mit Martijn Kaars (27) hat er eine etwas offensivere Variante zur Verfügung, mit Rückkehrer Joel-Chima Fujita (24) eine etwas defensivere. Darauf angesprochen grinste der 52-Jährige nur und sagte: "Maybe."
Bislang haben sich die Kiezkicker von solchen Rückschlägen nicht beeinflussen lassen. "Wir werden auch diese Situation meistern", merkte Blessin an. "Die Mannschaft ist gewillt, bis zum letzten Spieltag alles zu geben." Und am Samstag vor allem auch für ihren verletzten Teamkollegen.