Zwickau - Nach dem Saison-Finale ist vor dem Finale Daheeme. Der FSV Zwickau peilt im letzten Liga-Heimspiel gegen Chemie Leipzig nochmal über 9000 Zuschauer an. Die Marke ist bewusst gewählt, um einen Dauerkonkurrenten in der Zuschauer-Tabelle auszustechen.
Mindestens 8916 Tickets müssten die Westsachsen fürs Saison-Halali an diesem Sonnabend verkaufen, um mit dann 91.625 Besuchern auf den fünften Platz zu klettern und den Chemnitzer FC wie schon in den beiden Vorjahren hinter sich zu lassen. Unrealistisch ist diese Marke nicht.
"Aktuell stehen wir inklusive Gästefans bei 7000 verkauften Tickets, sodass die angestrebte Zuschauerzahl möglich sein sollte", erklärte Geschäftsführer André Beuchold gegenüber TAG24.
82.709 zahlende Zuschauer sahen die bisherigen 16 Partien in der GGZ-Arena. Zum Vergleich: 91.624 Besucher sahen die 17 Heimspiele der Himmelblauen. Ligakrösus ist Carl Zeiss Jena mit 116.840 Zuschauern. Allerdings haben die Thüringer wie Zwickau noch ein Heimspiel offen.
In der vierten Liga, wo die TV-Einnahmen marginal sind und sich im sehr niedrigen fünfstelligen Bereich bewegen, ist ein gut gefülltes Stadion ein Faustpfand, weiß Beuchold. "Vor Abzug der Spieltagskosten erwirtschaften wir einen Nettoumsatz von rund 11,50 Euro pro verkauftem Ticket", so Beuchold.
Das entspräche bei gesamt rund 91.600 Zuschauern einem Umsatz von ca. 1,05 Mio. Euro, was in etwa ein Fünftel des Gesamtumsatzes der FSV Zwickau Spielbetriebs GmbH ausmacht.
Könnten mobile Tribünen mehr Einnahmen generieren?
"Jeder Euro hilft in der Konsolidierung", sagt Beuchold, der federführend dafür verantwortlich ist, dass die existenzgefährdend hohe Schuldenlast von drei Millionen Euro, die seine Vorgänger mit dem Abstieg 2023 hinterließen, auf unter eine Million gedrückt wurde.
Bis Ende der laufenden Saison 2025/26 sollen die Verbindlichkeiten auf 700.000 Euro sinken.
Was die Perspektive beim Umsatztreiber Zuschauer anbelangt, ist Beuchold zwiegespalten: "In der Regel wird die Stadion-Kapazität ausreichen. Gleichzeitig werden wir Spiele haben, wie am 23. Mai das Pokalfinale, wo die GGZ-Arena zweimal ausverkauft werden könnte, so hoch ist der Andrang."
Eine Kosten-Nutzen-Rechnung für mobile Tribünen ergab, dass diese kurzfristig keinen Sinn ergeben.
Beuchold: "Dies ergibt sich aus den zeitlichen Abläufen für die Genehmigungen eines solchen Sonderbaus. Und dann darf man nicht vergessen, dass eine höhere Kapazität als die derzeit maximal rund 10.100 Zuschauer ein neues Sicherheitskonzept benötigt."