Berlin - Die 2. Liga ist wieder da und hatte schon bei der Saisoneröffnung den ersten Aufreger parat. Sechs Minuten lang musste die Partie zwischen dem VfL Bochum und Hertha BSC unterbrochen werden - vor einem Millionenpublikum. Der Grund: Ein Fan-Banner hing über einem Fluchttor, behinderte so einen möglichen Fluchtweg im Ernstfall.
In der 13. Minute gab es die erste Durchsage vom Stadionsprecher, doch die Hertha-Fans reagierten nicht. Warum auch? Sie wollten die Unterbrechung, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen: die Ticketpreise.
Von den Ausmaßen wie bei der WM ist die 2. Liga zwar noch weit entfernt und doch ist vor allem der leidige Top-Spiel-Zuschlag den Fans mal wieder ein Dorn im Auge:
"Das Eröffnungsspiel der 2. Bundesliga setzt die Spirale der abgelaufenen Saison fort. Die Ticketpreise steigen unverändert weiter. Ein horrender Topspielzuschlag in Höhe von 10€ sorgte für den Kartenpreis von 42€ in weiten Teilen des Gästeblocks, und das beim selbsternannten Arbeiterverein", kritisieren die Hertha-Ultras Harlekins Berlin '98. In ihrem Statement lassen sie neben den steigenden Ticketpreisen auch an verschärften Einlasskontrollen und dem politischen Umgang mit der Fankultur kein gutes Haar.
Schon während des Spiels ließen sie ihren Unmut freien Lauf - in Form des Fan-Banners. "Das Relikt des Arbeiterclubs: Wir malochen, ihr kassiert", war in großer Schrift zu erkennen. Für die Verzögerung sorgte allerdings nicht das Spruchband, sondern das eher unscheinbare 10-Euro-Plakat daneben.
Bochum gegen Hertha für etwa sechs Minuten unterbrochen
Nachdem Schiedsrichter Wolfgang Haslberger (33) die Partie nach zwei Stadiondurchsagen schließlich unterbrach und die Spieler sich auf dem Platz warmhielten, hatten auch die mitgereisten Anhänger ein Einsehen. Es konnte nach circa sechs Minuten weitergehen.
"Diese Entwicklung können wir nicht schweigend hinnehmen. Wenn wir nicht protestieren, dreht sich diese Spirale weiter. Sie bleibt indes von denen unbeachtet, die vorgeben, sich für den Fußball einzusetzen. Als unübersehbaren Widerspruch zu diesem horrenden Topspielzuschlag haben wir das Spiel symbolisch um einige Minuten verzögert", heißt es weiter.
Geschadet hat die Unterbrechung ihrer Mannschaft zumindest nicht. Die neu aufgestellte und deutlich verjüngte Hertha erzielte nach der Pause den einzigen Treffer des Abends.
Auch die Dauer der Unterbrechung hielt sich in Grenzen, sorgten Fan-Banner auf dem Fluchttor nicht zum ersten Mal für Ärger. Im März 2025 verzögerte sich der Anstoß gegen Eintracht Frankfurt um ganze 50 Minuten. Ein Jahr zuvor gegen Stuttgart waren es rund 42 Minuten Wartezeit. Auch damals wurde der Flucht- und Rettungsweg versperrt.