Ex-Hertha-Star Reese mit Klartext zu Skandal-Wechsel: "Mir wurde gesagt ..."

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Berlin - Fabian Reeses (28) Wechsel von Hertha BSC zum VfL Wolfsburg hat hohe Wellen geschlagen. Insbesondere verbitterte Fans der Alten Dame haben ihn für seinen "Verrat" angefeindet, aber war am Ende alles ganz anders?

Fabian Reese (28) peilt in der neuen Saison den Bundesliga-Aufstieg mit dem VfL Wolfsburg an.
Fabian Reese (28) peilt in der neuen Saison den Bundesliga-Aufstieg mit dem VfL Wolfsburg an.  © Swen Pförtner/dpa

Der ehemalige Berliner Publikumsliebling hatte stets betont, dass zu einem Wechsel zwei Entscheidungsträger gehören und die Anhänger nicht alle Einzelheiten kennen würden.

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bezieht der Flügelflitzer jetzt noch einmal Stellung zu dem Transfer und gibt dabei preis, dass die Initiative offenbar vom Verein ausging, der nach seiner Aussage einen anderen Weg einschlagen und sich wirtschaftlich konsolidieren wollte.

"Mir wurde gesagt: Pass auf, Fabian, wir müssen Geld generieren, und für Dich wäre ein Wechsel die beste Möglichkeit, um in Deiner Karriere den nächsten Step zu machen", verrät der 28-Jährige. "Das ist mir schon wichtig festzuhalten."

Hertha BSC: Spielt Linus Gechter bald Champions League?
Hertha BSC Hertha BSC: Spielt Linus Gechter bald Champions League?

Er sei ja schließlich auch nicht der einzige Leistungsträger gewesen, der im Sommer verkauft wurde. In diesem Zusammenhang sind beispielsweise auch Tjark Ernst (23) und Michael Cuisance (26) zu nennen, die den Blau-Weißen weitere Millionen in die klammen Kassen gespült haben.

"Dass meine Person mal so ein Politikum werden würde, das habe ich wirklich nicht kommen sehen", bedauert Reese. Das liegt zum einen an seiner Vereinswahl und zum anderen an seinen wiederkehrenden Treuebekenntnissen zur Hertha und zur Hauptstadt.

Fabian Reese steht hinter Treueschwüren für Hertha BSC und Berlin

Fabian Reese erinnert sich mit einem guten Gefühl an seine Zeit in Berlin.
Fabian Reese erinnert sich mit einem guten Gefühl an seine Zeit in Berlin.  © Anke Waelischmiller/dpa

Der Rechtsfuß hatte immer wieder seinen Traum von der Bundesliga geäußert, wechselte dann aber ausgerechnet zu Absteiger Wolfsburg - einen direkten Konkurrenten des Hauptstadtklubs.

"Wenn ich in die Bundesliga gegangen wäre, hätten Leute gefragt: warum zu diesem Verein? Wenn ich ins Ausland gegangen wäre, hätte es geheißen, der wollte doch in die Bundesliga. Und wenn ich bei Hertha geblieben wäre, hätte ich in den Augen einiger sicher auch zu viel verdient", verteidigt er seine Wahl.

Es sei eine Illusion, es allen recht machen zu können. Die Wölfe hätten sich intensiv um ihn bemüht und ihm gezeigt, was sie in ihm sehen. "Für mich war deshalb schnell klar, dass ich meine Zukunft in Wolfsburg sehe", stellt der Außenstürmer klar.

Hertha-Problemzonen: Hier muss und will die Alte Dame noch nachlegen
Hertha BSC Hertha-Problemzonen: Hier muss und will die Alte Dame noch nachlegen

Und die vielen Treueschwüre? "Jedes Bekenntnis zu Hertha und Berlin kam aus vollster Überzeugung", bekräftigt der gebürtige Kieler einmal mehr. Daher schaue er mit einem unfassbar guten Gefühl auf diese drei Jahre zurück.

Aber dadurch schmerzt es ihn auch umso mehr, dass diese vermeintliche Liebesgeschichte mit viel Hass endet: "Es hat mich jedenfalls getroffen. Alles andere wäre gelogen!"

Ein wenig reumütig zeigt sich Fabian Reese dann aber auch: "Wenn jemand wegen meines Wechsels das Vertrauen in Fußballromantik verloren hat, dann tut mir das aufrichtig leid."

Titelfoto: Anke Waelischmiller/dpa

Mehr zum Thema Hertha BSC: