Hertha-Fans prügeln sich mit Polizei: Verein kündigt Aufarbeitung an

Von Arne Richter

Berlin - Nach den Zusammenstößen zwischen Hertha-Fans und Polizei beim Zweitliga-Topspiel gegen Schalke 04 mit mehr als 50 Verletzten und mehreren Festnahmen hat der Berliner Geschäftsführer Peter Görlich (58) eine intensive Aufarbeitung der Vorfälle angekündigt.

Hertha-Geschäftsführer Peter Göhrlich beklagte die Gewalt am Rande des Spiels gegen Schalke 04.
Hertha-Geschäftsführer Peter Göhrlich beklagte die Gewalt am Rande des Spiels gegen Schalke 04.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Dieses Spiel hätte einen Support verdient. Dieses Spiel hätte tatsächlich im weiten Rund volle Plätze verdient. Das ist sehr schade, aber es geht ans Aufarbeiten und wir werden die Faktenlage zusammentragen und dann anständige Antworten geben und uns auch dementsprechend positionieren", sagte Görlich nach dem Zwischenfall vor dem Osttor des Olympiastadions.

Vor dem 0:0 der Berliner gegen den Tabellenführer aus dem Ruhrpott war es beim Einlass der Heimfans zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden 31 Fans und 21 Polizisten dabei verletzt.

Über die Ursache der Konfrontation machten die Sicherheitskräfte und die Hertha-Fanhilfe als Fanvertretung unterschiedliche Angaben. Die Polizei beklagte massive Fangewalt. Die Hertha-Fanhilfe sprach von einem überharten Polizeieinsatz.

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Görlich will sich nun mit dem Vereinspräsidium des Berliner Fußball-Zweitligisten um Präsident Fabian Drescher beraten, aber auch Gespräche mit Fanvertretern, der Polizei und auch der Politik führen. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) war bei dem Spiel im Stadion, man stehe in Kontakt, berichtete Görlich.

Zunächst hatten die Berliner und Schalker Fangruppen als Reaktion auf die Ereignisse ihre verbale Unterstützung der Teams eingestellt, viele Hertha-Fans verließen die Tribüne in der Ostkurve in der ersten Halbzeit.

Hertha-Coach Leitl bedauert fehlende Unterstützung

Aus Protest hatten Hertha-Ultras das Stadion verlassen.
Aus Protest hatten Hertha-Ultras das Stadion verlassen.  © Andreas Gora/dpa

Berlins Trainer Stefan Leitl (48) hatte kurz nach dem Spiel noch keine Detailkenntnisse, bedauerte aber, dass sein Team nicht wie gewohnt unterstützt wurde.

"Das ist schade, weil die Jungs einfach ein sehr, sehr gutes Spiel gezeigt haben und der Support wahrscheinlich heute noch mal diese ein, zwei Prozent vielleicht herausgekitzelt hätte und wir hätten uns gemeinsam belohnen können", sagte er.

Görlich sagte, bei der Hertha glaube man, "dass wir an der einen oder anderen Stelle sinnhafter einwirken können und wir als Verein auch in der Lage sind, ein gutes Stadionerlebnis zu liefern, nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen, weil unsere Fan- und Mitgliederbetreuung da einen guten Job macht. Und da möchten wir auch etwas mehr gehört werden, weil das wollte keiner", sagte er zu den Ereignissen.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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