Hertha-Frust mit gleichem Muster: "Fühlt sich auf jeden Fall sch***e an"

Berlin - Nächster Aufstiegsdämpfer für Hertha BSC. Die Alte Dame wartet nun schon seit sechs Spielen auf einen Sieg. Gegen Darmstadt reichte selbst eine 2:0-Führung nicht. Am Ende muss sich der ambitionierte Hauptstadtklub mit fünften Remis in Folge begnügen.

Fabian Reeses (28) Blitz-Führung reichte nicht.  © Andreas Gora/dpa

Es war schon die dritte gefühlte Niederlage in diesem Jahr. Und das Muster wiederholt sich: Hertha spielt gut, Aufwand und Ertrag stimmen aber nicht überein. Zudem laden die Berliner den Gegner selber ein.

"Es fühlt sich auf jeden Fall scheiße an", sagte Keeper Tjark Ernst (22). Hertha kommt einfach nicht von der Stelle. Waren es zum Rückrundenbeginn noch fünf Punkte auf den Relegationsrang sind es jetzt sieben Zähler. Als Siebter droht der Hauptstadtklub den Anschluss zu verlieren.

Sie brauchen unbedingt einen Sieg, doch wie schon gegen Schalke oder beim KSC geht Hertha zu verschwenderisch mit den Gelegenheiten um. "Es sind die Wochen der Wahrheit. Entweder wir gewinnen oder wir haben es nicht verdient", fasste es Fabian Reese (28) bei Sky passend zusammen.

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Gegen Darmstadt legten die Hausherren eigentlich los wie die Feuerwehr, führte nach einer Viertelstunde durch Fabian Reese (28) und Julian Eitschberger (21) bereits mit 2:0, hatte danach genügend Möglichkeit die Führung weiter auszubauen.

Vor allem Michaël Cuisance (26) wird seiner großen Chance auf 3:0 zu stellen wohl noch länger nachtrauern. Der Franzose wollte es zu genau machen und verfehlte den Kasten nur um Zentimeter. "Wahrscheinlich ist das Ding zu, wenn Cuisance trifft", sagte Stefan Leitl (48) bei Sky. Selbst Florian Kohfeldt (43) war der Meinung, dass seine Mannschaft dann wohl nicht mehr zurückgekommen wäre.

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Zum Verzweifeln: Stefan Leitl (48) sieht wie seine Mannschaft mehrmals die Entscheidung verpasst.  © Andreas Gora/dpa

Hertha schießt sich wieder selber ins Knie

Die Hertha-Stars können es nicht fassen: Schiedsrichter Florian Lechner zückt Rot.  © Andreas Gora/dpa

Hertha aber legte sich selber Steine in den Weg, als Pascal Klemens (20) aus dem Nichts einen unnötigen Elfmeter verursachte. "Passi trifft da leider eine falsche Entscheidung", so Leitl. Luca Marseiler (28) wollte eigentlich aus dem Strafraum raus, Klemens aber stieg ihm auf den Fuß. Klarer Elfmeter, den Fraser Hornby (26) locker verwandelte. Kurz nach der Pause war Darmstadts Goalgetter dann erneut zur Stelle.

"Das passiert jetzt zum wiederholten Mal, keine Ahnung, wie oft. Das ist einfach nur frustrierend, weil wir einfach trotzdem das Spiel gewinnen müssen", sagte Paul Seguin (30).

Passend zum maximal bitteren Spielverlauf: Die nächsten Spiele muss Leitl auch noch Stürmer Dawid Kownacki (28) verzichten. Der Pole sollte eigentlich schon ausgewechselt werden, musste dann aber einen Konter stoppen. Ohne Chance auf den Ball holte er Marseiler von den Beinen. Schiedsrichter Florian Lechner (34) zückte Rot statt Gelb.

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Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. "Ich hoffe, er wird nicht zu lange gesperrt. Es ist eine Situation, die Dawid für die Mannschaft klärt. Michael Cuisance kann vorher schon ein kleines Foul ziehen und dann die Gelbe Karte bekommen. Das machen wir nicht. Dann muss Dawid aus der ersten Reihe über 50 Meter mit zurück und diesen Konter unterbinden", so der Chefcoach.

Definitiv fehlen wird Kownacki nächste Woche in Elversberg. Wollen sie noch ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden, müssen dann beim Angstgegner drei Punkte her. Ein erneutes Unentschieden bringt den Zweitligisten nicht weiter.

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