Hertha mit Wahnsinns-Comeback: Alte Dame haut Hamburg im Pokal-Krimi raus

Berlin - Der pure Wahnsinn im Olympiastadion! Berlin jubelt, Hamburg trauert. Hertha BSC zeigte im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den HSV Comeback-Qualitäten und kegelte die Hamburger mit 5:3 im Elfmeterschießen (3:3 nach Verlängerung) aus dem Wettbewerb. Zweimal sahen die Gäste schon wie der sicherere Sieger aus, zweimal kam Hertha ganz spät zurück. Mann des Abends: Doppelpacker Fabian Reese!

Fabian Reese lässt Marton Dardai (r.) und Pascal Klemens jubeln.
Fabian Reese lässt Marton Dardai (r.) und Pascal Klemens jubeln.  © Andreas Gora/dpa

Er rette Hertha erst mit seinem späten Ausgleichstreffer in die Verlängerung und verwandelte auch noch den letzten fälligen Elfmeter. An dieses Spiel wird man sich in Charlottenburg noch lange erinnern!

Die Hertha-Fans in der Ostkurve feierten schon vor Anpfiff den verfrühten Jahreswechsel. Mit Leuchtraketen und Rauschschwaden hüllten sie das Olympiastadion ein. Kaum hatte sich der Rauch verzogen, sahen sie den von Pal Dardai erwarteten Pokalfight. Es wurde ein dramatischer Abend.

Hertha legte die Nervosität schnell ab, bot Hamburg zwar immer wieder Räume an, wusste offensiv aber durchaus zu gefallen und war den Temperaturen entsprechend dann eiskalt zur Stelle.

Fabian Reese: Dieses Vertragsdetail macht Hertha froh!
Hertha BSC Fabian Reese: Dieses Vertragsdetail macht Hertha froh!

Der wieder einmal auffällige Fabian Reese leitete den Angriff ein und vollendete schließlich - mit Unterstützung des Pfostens. Die Kugel klatschte zunächst an den Innenpfosten und fiel Reese wieder vor die Füße. Der ließ sich nicht zweimal bitten - 1:0 (21.).

HSV dreht das Pokalspiel in Berlin zur Pause

Immanuel Pherai bringt den HSV mit seinem Ausgleichstor zurück.
Immanuel Pherai bringt den HSV mit seinem Ausgleichstor zurück.  © Andreas Gora/dpa

Lange hielt die Freude über das Ping-Pong-Tor aber nicht an. Pokal-Schreck Immanuel Pherai besorgte nur elf Minuten später per Distanzschuss den Ausgleich. Alles wieder offen!

Beide Mannschaften suchten weiter das Glück in der Offensive. Zunächst verpasste Haris Tabakovic nur um Zentimeter, dann vergab Laszlo Benes die Mega-Chance zur Führung. Einen hatten die Gäste aber noch vor der Pause. Wieder mit Benes in der Hauptrolle.

Tjark Ernst brachte bei einer Hereingabe zwar noch seine Fingerspitzen ran, der Ball landete jedoch direkt vor Benes' Füßen. Er musste das Spielgerät nur über die Linie drücken -1:2. Spiel gedreht.

Hertha BSC wittert Aufstiegs-Luft: Siegesserie in Braunschweig ausbauen
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Auch nach dem Seitenwechsel ging es munter weiter. Die Hanseaten suchten die Vorentscheidung, Hertha den Weg zurück ins Spiel. Wirklich gefährlich wurde es zunächst allerdings eher im Berliner Strafraum. Raab musste sich beim Tabakovic-Kopfball zwar ganz schön strecken, der HSV war aber näher am 3:1, als die Hausherren am Ausgleich.

Jonjoe Kenny rettet Hertha BSC spät ins Elfmeterschießen

Auf ihn ist Verlass. Fabian Reese rettet Hertha mit seinem Doppelpack in die Verlängerung.
Auf ihn ist Verlass. Fabian Reese rettet Hertha mit seinem Doppelpack in die Verlängerung.  © Andreas Gora/dpa

Dann aber erhöhten die Blau-Weißen wieder die Schlagzahl. Immer wieder kurbelte Reese das Spiel an, nur der finale Pass kam meist nicht an.

Laut wurde es dann aber doch noch einmal. Influencer Nadar-El Jindaoui feierte tatsächlich sein Profi-Debüt. Die Show gehörte aber Fabian Reese!

Auf nassem Geläuf drückte der Flügelflitzer aus etwa 20 Metern ab und jagte die Kugel in die lange Ecke zum 2:2. Doch noch der nicht unverdiente Ausgleich in der 90. Minute.

Die Hausherren hatte nun Oberwasser. Vom HSV war in den ersten Minuten der Verlängerung fast gar nichts zu sehen, Hamburg schlug dann aber doch eiskalt zu. Diesmal musste der eingewechselte Ransford Königsdörffer nur noch einschieben. Die erneute Führung für die Gäste.

Das letzte Wort war hier aber noch nicht gesprochen. Hertha schmiss noch einmal alles nach vorne und hatte tatsächlich noch einen im Köcher. Natürlich war es Reese, der noch einmal den Turbo zündete. Seine Hereingabe fand Jonjoe Kenny, der das Olympiastadion in ein Tollhaus verwandelte. Das 3:3 in de 120. Minute. Was für ein Wahnsinns-Spiel.

Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen. Dort versagten erst Königsdorffer die Nerven. Wer auch sonst außer Reese verwandelte schließlich den entscheiden Elfmeter und lässt Hertha weiter träumen!

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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