Legt Hertha auf dem Transfermarkt noch mal nach? Jetzt spricht Görlich

Lagos (Portugal) - Die 100 Tage hat er schon voll. Seit Dr. Peter Görlich am 1. September offiziell vorgestellt wurde, schaut der Hertha-Boss ganz genau hin. Im Trainingslager in Portugal kann das dann auch mal ein Blick auf den Bildschirm sein. Dort, wo die Leistungsdaten übertragen werden.

Hertha-Boss Peter Görlich (58,r.) auf der Mitgliederversammlung mit Sportdirektor Benjamin Weber.
Hertha-Boss Peter Görlich (58,r.) auf der Mitgliederversammlung mit Sportdirektor Benjamin Weber.  © Matthias Koch/Sportfoto Matthias Koch./dpa

"Ich wollte auch mal was Schönes sehen. Und die Werte waren schön, die da drauf waren", erklärte Görlich scherzhaft in einer Medienrunde. "Das hängt vielleicht ein bisschen mit meiner Sozialisation zusammen, da ich das auch mal studiert habe. Ich kann die vielleicht auch relativ schnell dann wieder interpretieren - nicht so tief wie unsere Spezialisten mit Kuchno und Vieth, aber da tauschen wir uns aus."

Bei der Mitgliederversammlung im November sprach Görlich noch von "Lust auf Leistung". Die erlebt der Sportwissenschaftler auch "brutal viel".

Große Hoffnungen auf einen Winter-Transfer sollten sich die Hertha-Fans aber eher nicht machen. Zug um Zug gelte weiterhin. "Wir wissen, wo wir herkommen. Wir wissen, welche Aufgaben wir vor der Brust haben. Und da müssen wir vernünftig sein."

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Mit Bilal Hussein (25) hat Hertha den ersten Ladenhüter abgeben können. Der Schwede kehrt in seine Heimat zurück. Doch selbst, wenn Uru-Kante Agustin Rogel (28) den Klub verlassen sollte, heißt das nicht, dass die Berliner nochmal nachlegen. "Wir vertrauen diesem Kader. Das ist ein wirklich sehr guter Kader. Wir sehen jetzt keinen großartigen Handlungsspielraum."

Hertha BSC droht Aufstiegs-Kater im Februar

Peter Görlich ist mittlerweile seit knapp vier Monaten im Amt.
Peter Görlich ist mittlerweile seit knapp vier Monaten im Amt.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Am Ziel hat sich nichts geändert: Die Alte Dame will hoch. Am besten schon in dieser Saison. "Es ist uns relativ egal, wer kommt. Wir wollen eine Heimmacht sein. Wir wollen unsere Spiele gewinnen. Wir haben ein klares Ziel: 15.30 Uhr. Das haben wir auch mehrfach formuliert."

Allein das Auftakt-Programm hat es in sich. Nach Spitzenreiter Schalke folgen Karlsruhe, Darmstadt, Elversberg, Hannover, Paderborn. Lediglich KSC steht hinter Hertha. Alle anderen haben ähnliche Ambitionen. Wenn es blöd läuft, kann Hertha in wenigen Wochen die Aufstiegsträume schon wieder begraben. "Ich glaube nicht, dass der Februar hinreichen wird, dafür werden noch zu viele Punkte vergeben."

Zuletzt tauchten Medienberichte auf, dass dem klammen Zweitligisten bei Nicht-Aufstieg ein Ausverkauf droht. Top-Stars wie Fabian Reese (28), Michaël Cuisance (26) oder Wunderkind Kennet Eichhorn (16) wären dann nur schwer zu halten.

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"Es ist ja nicht nur ein Spielermarkt, sondern es ist ja auch ein Vereinsmarkt - und in diesem Markt bewegen wir uns. Wir geben uns immer im Fußballbusiness ein Treuebekenntnis auf Zeit. Das darf man nie vergessen", so Görlich. "So ein Verein wie Hertha ist nicht einfach mal mit einem Schnips in der Lage, eine Wunschelf aufzustellen. Wir orientieren uns am Markt: wie positionieren wir uns? Was ist sinnhaft?"

Titelfoto: Matthias Koch/Sportfoto Matthias Koch./dpa

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