Münster/Berlin - Hertha BSC holt mit dem 2:1 in Münster den nächsten Last-Minute-Sieg. Im Mittelpunkt steht aber eine Aktion, die deutschlandweit Schlagzeilen machte: Münster-Fans zogen dem Videobeweis wortwörtlich den Stecker. Das hat ein Nachspiel.
Nach der mutwilligen Sabotage durch einen vermummten Fan droht Zweitligist Preußen Münster eine Bestrafung durch den Deutschen Fußball-Bund.
"Wegen dieses Vorfalls sowie wegen der abgebrannten Pyrotechnik wird durch den Kontrollausschuss ein Verfahren gegen Preußen Münster eingeleitet", teilte der DFB auf dpa-Anfrage mit.
Was war passiert? Kurz vor der Pause wurde Schiedsrichter Felix Bickel (29) zum Monitor geschickt. Er sollte sich die Szene von Michael Cuisance (26), der im Strafraum von Münsters Niko Koulis (26) am Schienbein getroffen wurde, noch einmal genauer ansehen. Problem: Der Bildschirm war plötzlich schwarz. Und das nicht nur kurz.
Ein vermummter Preußen-Fan hatte den Stecker gezogen, verschwand danach wieder im Block. Eine offenbar geplante Aktion, denn im Münsteraner Fanblock war kurz ein Banner hochgehalten worden, auf dem zu lesen war: "dem VAR den Stecker ziehen".
Stefan Leitl kritisiert VAR-Sabotage
Immerhin aber funktionierte die Kommunikation mit dem Kölner Keller. Katrin Rafalski (44) war das Foul nicht entgangen, wie Bickel über die Stadionlautsprecher verkündete.
"Ich kann den Frust von Alex verstehen, aber ihr könnt euch gerne das Schienbein von Micka Cuisance ansehen. Das ist ein klarer Elfmeter", sagte Stefan Leitl (48) auf der PK.
Bei Sky hatte der Coach nur wenig Verständnis für die Aktion: "Wenn man sich vorstellt, es müssen weitere Entscheidungen getroffen werden, und man hat dann gar keine Fernsehbilder mehr. Das ist eine Technik, die zum Fußball gehört. Man kann sie mögen oder nicht, aber man muss dafür sorgen, dass solche Dinge nicht passieren."
Auch die abstiegsbedrohten Preußen distanzierten sich. "Der SC Preußen Münster bedauert den Vorfall und wird alles daransetzen, den oder die Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen", hieß es.