Vor Abstiegsgipfel in Köln: Herthas Dardai verrät Aufstellung

Berlin - Der erste Schritt ist getan, am Motto hat sich nichts geändert: "Vier Spiele, vier Siege. Das ziehen wir durch", kündigte Pal Dardai (47) auf der Pressekonferenz an. Fehlen noch drei. Wäre da nicht die Auswärtsschwäche.

Keine Experimente: Pal Dardai (47, r.) deutete auf der Presskonferenz an, dass die gleiche Elf, die Stuttgart geschlagen hat, auch in Köln auf dem Rasen stehen wird.
Keine Experimente: Pal Dardai (47, r.) deutete auf der Presskonferenz an, dass die gleiche Elf, die Stuttgart geschlagen hat, auch in Köln auf dem Rasen stehen wird.  © Soeren Stache/dpa

In der Fremde tun sich die abstiegsbedrohten Berliner besonders schwer. Nur ein einziges Mal konnte Hertha BSC gewinnen, und zwar in Augsburg (2:0). Das war Anfang September.

Seitdem kamen nur noch zwei Zähler hinzu. Dennoch bleibt Dardai optimistisch, dass die Liste weiter verkürzt wird: "Jetzt musst du wirklich die Jungs loben. Anfangs die ersten zehn Tage nicht, jetzt aber haben wir eine komplett andere Arbeitsatmosphäre. Jeder ist konzentriert, hört zu. Eigentlich sehr schön, aber das ist auch nur schön, wenn wir gewinnen."

Die Erleichterung war am Wochenende nach dem erlösenden 2:1 gegen Stuttgart in der ganzen Stadt zu spüren. Soll die Minimal-Chance auf den Klassenerhalt weiter am Leben erhalten bleiben, müssen sie am Freitagabend in Köln nachlegen.

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Dafür vertraut der Coach wohl dem Motto: "Never change a winning team". Heißt: Wechsel in der Startelf wird es wohl keine geben. "Es gibt immer eine Gegneranalyse und Dinge, die man einplanen muss. Ich glaube aber, es wird so sein, dass die Mannschaft, die gegen den VfB gewonnen hat, auch am Freitagabend beginnen wird", so der entspannte Übungsleiter.

Neben den Dauerverletzten Kelian Nsona (19) muss Dardai nur auf Winter-Neuzugang Tolga Cigerci (31, Wadenprobleme) verzichten. Gegen die Schwaben stand er aber ohnehin nicht im Kader.

Hertha BSC legt Schwerpunkt aufs Kontern

Torschütze Marc Oliver Kempf (28, r.) wird auch gegen Köln wieder mit von der Partie sein.
Torschütze Marc Oliver Kempf (28, r.) wird auch gegen Köln wieder mit von der Partie sein.  © Soeren Stache/dpa

Lag der Schwerpunkt vor dem Bayern-Spiel auf dem Verteidigen und eine Woche darauf auf der Offensive, gibt es auch nach dem Heimsieg noch Verbesserungsbedarf. Besonders beim Ausspielen der Konter. Trotz vieler Balleroberungen kam die Alte Dame in der zweiten Halbzeit teilweise kaum aus der eigenen Hälfte heraus.

"Wenn ein Spieler anfängt, zufrieden zu sein, ist es immer der Anfang vom Ende", hält Dardai die Spannung weiter hoch. Zwei Siege in Folge sind in dieser Saison noch gar nicht gelungen. Hertha aber braucht eine Serie.

"Wir müssen nach Balleroberung lernen, besser umzugehen. Das musst du bis zum Abschluss durchbringen, einen Freistoß oder Eckball herausholen. Dann haben wir acht bis zehn Torschüsse mehr. Das bedeutet vielleicht ein oder zwei Tore", so der Coach.

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Den Berlinern droht auch ohne den Abstiegskracher eine Woche mit Knall-Effekt: Eine Woche vor der Mitgliederversammlung geht die Angst um einen angeblich möglichen Lizenzentzug um. "Es war sehr laut die Tage", sagte Sportdirektor Benjamin Weber (42) über entsprechende Medienberichte. "Wir müssen Ruhe bewahren und den Fokus aufs Sportliche richten. Das können wir am Freitag beeinflussen."

Und es gibt ein gutes Omen: Im November lud Hertha nach dem Köln-Spiel ebenfalls zur Mitgliederversammlung ein. Der Hauptstadtklub siegte zuvor mit 2:0.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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