Vorne hui, hinten pfui: Herthas Lucas Tousart durchlebt seinen ganz eigenen Abstiegskrimi!

Berlin - Es roch alles nach drei Punkten: Hertha BSC führte mit 1:0 bei Arminia Bielefeld, die knapp 3000 mitgereisten Fans machten mächtig Stimmung und der Schlusspfiff nahte. Aber eine Aktion änderte alles - vor allem auch für Lucas Tousart (25).

Lucas Tousart (25, r.) von Hertha BSC schien mit seinem Führungstreffer zum Matchwinner gegen Arminia Bielefeld zu werden.
Lucas Tousart (25, r.) von Hertha BSC schien mit seinem Führungstreffer zum Matchwinner gegen Arminia Bielefeld zu werden.  © Friso Gentsch/dpa

Das Sechs-Punkte-Spiel auf der Alm lief für den BSC lange Zeit komplett nach Plan. Gegen erschreckend schwache Bielefelder ließ man dank solider Defensivarbeit und enormem Einsatz im Prinzip gar nichts zu. Nach vorn setzte man vereinzelt Nadelstiche, war insgesamt die gefährlichere Mannschaft - ein ordentlicher Auftritt der Berliner.

Dafür sollte sich der Hauptstadtklub dann in der zweiten Halbzeit belohnen. Nach einem Eckball von Standard-Spezialist Marvin Plattenhardt (30) hielt Tousart seine Birne hin und köpfte das Leder zur Hertha-Führung ins Arminia-Gehäuse (55.).

Obwohl der französische Mittelfeldmotor nicht gerade als Kopfball-Ungeheuer bekannt ist, löste er sich im Strafraum geschickt und nickte ganz souverän ein.

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Mit dieser Bude schien er einen Tag nach seinem 25. Geburtstag zum absoluten Matchwinner im so wichtigen Kellerduell zu avancieren. Allerdings musste die Alte Dame gegen ideenlose Gastgeber doch noch einen Last-Minute-Schock erleben! Was war passiert?

Lucas Tousart wird zum dreifachen Unglücksraben für Hertha BSC

Joakim Nilsson (28, r.) und Arminia Bielefeld klauten Hertha BSC in letzter Sekunde einen wichtigen Sieg.
Joakim Nilsson (28, r.) und Arminia Bielefeld klauten Hertha BSC in letzter Sekunde einen wichtigen Sieg.  © Friso Gentsch/dpa

Als sich schon alle auf einen BSC-Dreier eingestellt hatten, wurde es kurz vor dem Schlusspfiff aus Hertha-Sicht noch mal ungemütlich. Auf dem Weg, mit dem Tor des Tages zum gefeierten Held zu werden, stand sich Tousart dabei selbst im Weg.

Einen eigentlich ungefährlichen Bielefelder Distanzschuss klärte er per Kopf unglücklich zur Ecke. Sein eigener Unmut über die missglückte Klärungsaktion war schon in diesem Moment klar ersichtlich.

Obwohl die folgende Hereingabe zunächst bereinigt werden konnte, landete die Pille wieder bei den Ostwestfalen. Als jene die Kugel noch mal in den Sechzehner flankten, sah Herthas Rekordtransfer gleich doppelt alt aus. Erst rückte er nicht schnell genug raus, um Arminias Joakim Nilsson (28) ins Abseits zu stellen, dann verlor er auch noch den Luft-Zweikampf mit dem DSC-Verteidiger, der spät zum Ausgleich einköpfte (90.+1).

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Ecke verursacht, Abseits aufgehoben, Zweikampf verloren - der 25-Jährige mutierte innerhalb von Sekunden vom Mann des Spiels zum dreifachen Unglücksraben! Sein ganz eigener Abstiegskrimi kostete Trainer Felix Magath (68), dem Team und den Fans letzten Endes wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt.

Dann lieber knipsen und sich rechtzeitig auswechseln lassen - vielleicht ein möglicher Match-Plan für die kommende Bundesliga-Partie gegen den 1. FSV Mainz 05 (Samstag/18.30 Uhr/Sky)?!

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa (Bildmontage)

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