Wundertüte 2. Liga: Wie realistisch ist Herthas Saisonziel?

Berlin - Hertha BSC hat sich lange Zeit gelassen, am Wochenende aber die Richtung vorgegeben. Im RBB-Interview verkündete Hertha-Boss Peter Görlich (59): "Wir haben ein ganz klares Ziel: ein einstelliger Tabellenplatz mit einer maximalen Ambition nach vorne. Und dafür werden wir hart arbeiten und haben hart gearbeitet und fühlen uns damit sehr wohl."

Die Mannschaft von Hertha BSC hat sich verändert. Stars wie Dawid Kownacki (29, 2.v.l.) oder Fabian Reese (28, 5.v.l.) sind weg.  © Andreas Gora/dpa

Peilten die Berliner vergangene Saison noch klar den Aufstieg an, werden jetzt kleinere Brötchen gebacken.

Heißt: Von Platz eins bis Platz neun ist man in Berlin mit allem zufrieden, wobei Hertha eher im unteren Mittelfeld anzuordnen ist.

Allein 13 Spieler haben den Klub verlassen. Die teuren Stars sind weg. Damit aber auch die Leistungsträger. Tjark Ernst (23), der vielleicht beste Keeper der 2. Liga, oder auch Unterschiedsspieler Fabian Reese (28) dürften nur schwer zu ersetzen sein.

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Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Hauptstadtklub mit Reese und Co. in den drei Jahren seit dem Abstieg nicht einmal besser als Platz fünf war. Der angepeilte Aufstieg wurde krachend verfehlt. Nach zuvor Platz neun und elf landete man am Ende nur auf Rang sieben.

Jetzt sollen und müssen es andere richten. "Wir haben finanziell sicherlich an der einen oder anderen Stelle über unsere Verhältnisse gelebt. Das mussten wir erst mal korrigieren. Es war ganz klar und sehr offen kommuniziert, dass wir Kaderkosten reduzieren und an der einen oder anderen Stelle Qualität verlieren werden", sagte Görlich.

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Stefan Leitl (48) will mit Hertha offensiver und intensiver auftreten.  © Andreas Gora/dpa

Hertha BSC mit neuer Spielidee und vielen Talenten

Geschäftsführer Peter Görlich (59) krempelt Hertha weiter um.  © Andreas Gora/dpa

Es ist eine andere Hertha als noch vor drei Monaten. Eine Hertha gespickt mit viel Talent, aber auch einer neuen Spielidee. Die Alte Dame will in Zukunft höher stehen und dementsprechend höher pressen. Dass die offensive Ausrichtung auch zu mehr Gegentoren führen könnte, ist einkalkuliert, denn gerade den vielen Youngsters kommt der Spielstil durchaus entgegen.

Jetzt müssen die Jungspunde um Soufian Gouram (20), Mayson Grothe (17) und Co. nur noch zeigen, dass sie auch in der 2. Liga mithalten können.

Görlich: "Wir haben eine klare Marschroute ausgegeben, dass der Berliner Weg nicht nur auf der Tonspur ist, sondern dass wir den auch leben. Und wir glauben einfach daran, dass der beste Transfer der interne Transfer ist. Wir haben total spannende Jungs hochgezogen, teilweise Jungs, die noch nie im Herrenbereich Fußball gespielt haben."

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Stand die Alte Dame vor einem Jahr bei nahezu jedem Experten als Aufstiegsfavorit Nummer eins hoch im Kurs, sieht so mancher eher eine schwierige Saison auf die Berliner zukommen. In dieser unberechenbaren 2. Liga ist Hertha derzeit die wohl größte Wundertüte.

Klar ist aber auch: Die Mannschaft wird sich noch verändern. Das Transferfenster ist noch rund vier Wochen offen. Dreht Hertha noch an den richtigen Stellschrauben, kann aus der Übergangssaison durchaus eine erfolgreiche werden - auch als Neunter.

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