Gregoritschs Mega-Fairplay fällt Augsburg auf die Füße: HSV rettet Remis in Unterzahl

Hamburg - Der Hamburger SV und der FC Augsburg trennen sich am Ostersamstag mit einem 1:1-Remis (0:1) – und das, obwohl die Fuggerstädter eine deutlich strukturiertere Leistung zeigten. Dennoch kämpften sich die Rothosen in einer dramatischen zweiten Halbzeit zurück in die Partie und sicherten dank des Traumtors von Ransford Königsdörffer noch einen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt.

Philip Oteles (M.) Versuch per Seitfallzieher das frühe 1:0 zu erzielen, ging schief. FCA-Keeper Finn Dahmen (l.) hielt den Ball sicher.  © Gregor Fischer/dpa

Halbzeit eins war so gut wie abgepfiffen, da gab es die klare Fehlentscheidung durch Schiedsrichter Deniz Aytekin.

Der Unparteiische pfiff nach einem vermeintlichen Foul durch Fabio Vieira den Freistoß für Augsburg auf Höhe der Strafraumgrenze. Doch eigentlich war Michael Gregoritsch lediglich ausgerutscht und hatte dem Hamburger gegen den Knöchel getreten.

Im Gespräch mit dem Vierten Offiziellen sowie Aytekin stellte dieser aber sofort klar: Das war kein Foul! Sportlich-faire Aktion des Österreichers: Die Augsburger hätten aus dieser Entfernung eventuell die 2:0-Führung eintüten können.

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Während von den Rothosen in der ersten Halbzeit generell eher wenig kam, waren die Gäste dagegen häufiger vor dem gegnerischen Tor zu Gange. Trotzdem brachten auch die Fuggerstädter zunächst nichts Nennenswertes zustande. So plätscherte das Duell am Ostersamstag etwas vor sich hin.

Gefährlich wurde es lediglich im Umschaltspiel beider Teams. Den ersten Treffer erzielten dann wenig überraschend die Gäste aus Augsburg (23.). Nach einer Flanke von Marius Wolf verlängerte Arthur Chaves einen Abpraller von Mikelbrencis – der im Kopfballduell mit Fabian Rieder ganz schlecht aussah – und netzte damit zum 0:1 aus HSV-Sicht ein.

Das Team von Manuel Baum belohnte sich mit dem Treffer für ein deutlich strukturierteres Auftreten im Vergleich zu den Hamburgern. Letztere kamen zwar kurz vor der Pause nochmal zum Zug. Doch belohnen konnte sich die Polzin-Elf trotzdem nicht. Oteles starker Abschlussversuch aus rund zehn Metern wurde von Dahmen pariert. Der Keeper lenkte das Leder ganz knapp über die Querlatte.

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Augsburgs Stürmer Michael Gregoritsch (4. v. l.) korrigierte die Fehlentscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin (M.).  © WITTERS

Dramatische zweite Halbzeit: Königsdörffer trifft, Kapitän Muheim sieht rot, VAR verhindert Strafstoß

Ransford Königsdörffer (r.) traf mit seinem Schuss aus rund 15 Metern zum 1:1-Ausgleich.  © WITTERS

Polzin schickte sein Team mit einer Veränderung zurück ins Rennen. Für den Mann mit der besten Chance in Halbzeit eins – Otele – bekam Rayan Philippe die Chance, im Sturm zu überzeugen.

Und nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff fiel fast der Ausgleich. Erst steckte Robert Glatzel mit der Hacke zu Vieira durch, der wiederum passte sofort auf Ransford Königsdörffer, der aus rund elf Metern abzog. Der Ball kullerte allerdings wenige Zentimeter am Kasten vorbei.

Der Hamburger durfte sich dann aber doch noch belohnen. In der 60. Minute zimmerte Königsdörffer das Rund aus knapp fünfzehn Metern mit Power ins linke Eck und traf zum Ausgleich.

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Nur wenige Minuten später dann das Drama aus Sicht der Gastgeber. Kapitän Miro Muheim sah nach einer Notbremse an Anton Kade die Rote Karte.

"Ich habe es nicht so gewollt", gab der Schweizer nach der Begegnung im Spielertunnel allerdings zu. Er habe das Tor in diesem Moment mit dem Foul gar nicht aktiv verhindern wollen. "Ich bin auf ihn drauf gefallen." Doppelt bitter für die Rothosen! Der anschließende Freistoß durch Augsburgs Fabian Rieder ging – zum Glück der Hamburger – aber deutlich übers Tor von Daniel Heuer Fernandes.

Auch die riesige Chance auf das 2:1 aus Sicht der Gäste (74.) führte nicht zum verdienten Erfolg. Gregoritschs Versuch ging nur ganz knapp am Hamburger Tor vorbei.

Die finale Phase dieser Partie hätte von da an wilder kaum sein können. Erst fackelte Grönbaek bei seinem Rothosen-Debüt nicht lange und feuerte aus 30 Metern per Halbvolley aufs Tor. Dahmen allerdings wurde zum Helden und verhinderte den Rückstand der Augsburger. Danach knallte Vieira von halbrechts voll drauf. Der HSV reklamierte sofort vehement Handspiel – und Aytekin zeigte auf den Punkt.

Nach VAR-Prüfung nahm er aber auch diese Entscheidung schnell zurück. So blieb es letztlich bei einem eher unverdienten 1:1 aus Sicht der Gäste aus dem Süden. Da wäre definitiv mehr drin gewesen.

Statistik zum Bundesligaspiel zwischen dem HSV und dem FC Augsburg

Bundesliga, 28. Spieltag

Hamburger SV - FC Augsburg 1:1 (0:1)

Aufstellung HSV: Heuer Fernandes – Omari, L. Vuskovic, Torunarigha – Mikelbrencis, Lokonga, Vieira, Muheim – Königsdörffer (67. Grönbaek), Glatzel (67. Gocholeishvili), Otele (45. Philippe, 90.+3 Stange)

Aufstellung FCA: Dahmen - Arthur Chaves, K. Schlotterbeck, Zesiger - M. Wolf, Kade (80. Ribeiro), Fellhauer (80. Massengo) , Giannoulis, Rieder, Claude-Maurice (90. Ogundu) - Gregoritsch

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Chaves (23.), 1:1 Königsdörffer (60.)

Gelbe Karten: Otele (1), Torunarigha (2) / Rieder (3), Zesiger (5), Schlotterbeck (5)

Rote Karten: Muheim (1)

Besondere Vorkommnisse: Augsburgs Gregoritsch zeigte sich sportlich fair und stellte ein vermeintliches Foul an ihm gegenüber dem Schiedsrichtergespann klar. Vonseiten des HSV und der Rothosen-Fans erntete er großen Applaus.

Erstmeldung um 17.40 Uhr. Artikel aktualisiert um 18.14 Uhr.

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Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 28 100:27 73
2 Borussia Dortmund 28 60:28 64
3 RB Leipzig 28 55:36 53
4 VfB Stuttgart 28 56:38 53
5 TSG 1899 Hoffenheim 28 55:41 50
6 Bayer 04 Leverkusen 28 58:39 49
7 Eintracht Frankfurt 27 50:51 38
8 SC Freiburg 28 41:47 37
9 1. FSV Mainz 05 28 35:43 33
10 FC Augsburg 28 34:51 32
11 Hamburger SV 28 32:41 31
12 1. FC Union Berlin 27 31:46 31
13 Borussia Mönchengladbach 28 35:48 30
14 SV Werder Bremen 28 31:49 28
15 1. FC Köln 27 38:47 26
16 FC St. Pauli 27 24:44 24
17 VfL Wolfsburg 28 38:63 21
18 1. FC Heidenheim 28 29:63 16

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

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