HSV ärgert sich nach Nordderby-Pleite über Schiri Exner und die eigenen Fehler

Bremen - Dieses Nordderby hatte alles: Wie schon im Hinspiel schenkten sich der HSV und der SV Werder Bremen auch im Rückspiel nichts. Grün-Weiß durfte schließlich jubeln, während es aufseiten der Rothosen nach der 1:3-Pleite viele Fragen gibt.

Lange Gesichter bei den HSV-Profis: Die Nordderby-Pleite bei Werder Bremen tut richtig weh.  © WITTERS

Die Niederlage sei verdient gewesen, darin waren sich sowohl die Hamburger Spieler als auch Chefcoach Merlin Polzin (35) nach Abpfiff einig. "Das war ein sehr emotionaler Nachmittag", erklärte der Trainer und sprach von einem "Mix aus Enttäuschung, Wut und Unzufriedenheit".

Während sich die Enttäuschung und Unzufriedenheit vor allem auf das Ergebnis, aber auch auf die gezeigte Leistung (in der zweiten Hälfte) bezogen, galt die Wut in erster Linie Schiedsrichter Florian Exner (35). Der hatte gleich drei Hamburgern die Rote Karte gezeigt.

Neben Philip Otele (27, grobes Foulspiel) sahen auch Co-Trainer Loïc Favé (33) und Physiotherapeut Tim Roussis (37) in einer hitzigen Schussphase Rot. Mit diesen Entscheidungen zeigten sich die Hanseaten nicht einverstanden, zudem warf Nicolai Remberg (25) dem Referee Defizite in der Art der Kommunikation vor.

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Und doch betonte Robert Glatzel: "Am Schiedsrichter lag es sicherlich nicht." Vielmehr führte der Stürmer, der mit einem Traumtor zum zwischenzeitlich 1:1 getroffen hatte, die Niederlage auf fehlende Torchancen zurück. "Es war nicht das beste Spiel von uns."

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HSV sammelt weiter Platzverweis und muss sich im Saison-Endspurt strecken

Philip Otele (27, r.) sah gegen den SVW den achten Platzverweis für einen Hamburger in der laufenden Saison - einsame Liga-Spitze.  © WITTERS

Auch Polzin machte nicht den Unparteiischen zum Hauptverantwortlichen, sondern attestierte seinem Team: "In der zweiten Hälfte sind wir in den entscheidenden Momenten nicht da gewesen." Entsprechend verdient hätten die Bremer die Partie letztlich auf ihre Seite gezogen.

Für die Rothosen war es das fünfte sieglose Spiel in Folge, von den vergangenen neun Partien gewannen sie nur eine - eigentlich Zahlen eines Absteigers. "Wir gehen nicht in die 2. Liga, das kann ich felsenfest sagen", gab sich Remberg kämpferisch.

Die fünf Punkte Vorsprung auf Platz 16 können angesichts des Restprogramms (Hoffenheim, Frankfurt, Freiburg, Leverkusen) allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hamburger sich in den verbliebenen Wochen ordentlich strecken müssen.

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Die Rote-Karten-Flut hilft da sicherlich nicht: Der Otele-Platzverweis war der achte für einen Hamburger in der laufenden Saison - einsame Spitze. Remberg monierte zum Abschluss: "Das ist fehlende Cleverness und einfach doof" - und kann dem HSV im Abstiegskampf richtig teuer zu stehen kommen ...

Tabelle 1. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Bayern München 29 105:27 76
2 Borussia Dortmund 30 61:31 64
3 RB Leipzig 30 59:37 59
4 VfB Stuttgart 29 60:38 56
5 TSG 1899 Hoffenheim 30 59:44 54
6 Bayer 04 Leverkusen 30 60:41 52
7 Eintracht Frankfurt 30 55:57 42
8 SC Freiburg 29 42:47 40
9 FC Augsburg 30 38:54 36
10 1. FSV Mainz 05 29 35:44 33
11 1. FC Union Berlin 30 34:52 32
12 1. FC Köln 30 44:51 31
13 Hamburger SV 30 33:48 31
14 SV Werder Bremen 30 35:53 31
15 Borussia Mönchengladbach 29 35:49 30
16 FC St. Pauli 30 26:51 26
17 VfL Wolfsburg 30 41:66 24
18 1. FC Heidenheim 29 32:64 19

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.

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