HSV gegen St. Pauli im Live-Ticker: Hamburg ist braun-weiß

Hamburg - Der Hamburger Stadtmeister heißt FC St. Pauli! Die Kiezkicker haben das 112. Stadtderby beim HSV nach einer reifen Leistung völlig verdient mit 2:0 gewonnen. TAG24 berichtete für Euch in einem Liveticker!

Nach einem Tor von Adam Dzwigala liegt der FC St. Pauli mit 1:0 in Führung.
Nach einem Tor von Adam Dzwigala liegt der FC St. Pauli mit 1:0 in Führung.  © WITTERS

Die Freude auf diese Partie war groß, schließlich schaute ganz Deutschland am Freitagabend auf die Fußball-Hauptstadt Hamburg.

Über 90 Minuten waren die Kiezkicker die bessere Mannschaft und gewannen nach Toren von Adam Dzwigala und Andréas Hountondji mit 2:0.

Durch den Sieg ist St. Pauli über Nacht Tabellenführer. Für den HSV ist es eine kleine Ernüchterung. Dennoch wurde das Team von den Fans aufgemuntert.

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HSV - FC St. Pauli 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Dzwigala (19.), 0:2 Hountondji (60.)

Stimmen nach dem Spiel

Schiedsrichter Christian Dingert stellte sich nach der Partie und sprach über die zwei entscheidenden Szenen. In der ersten Halbzeit hatte er ein Foul von Hountondji abgepfiffen und St. Pauli damit um eine klare Torchance gebracht.#

"Ich war mir sicher, dass ein Stürmerfoul vorlag und habe sofort entschieden. Im Nachgang wäre es klüger gewesen, weiterlaufen zu lassen, weil nichts klares zu sehen - ein normaler Zweikampf."

Beim vermeintlichen Ausgleich des HSV durch Königsdörffer kurz nach der Halbzeit war es schon klarer. "Ich habe bei der Entstehung schon die Info bekommen, dass gecheckt wird. Er war mit den Körperteilen, mit denen man ein Tor erzielen kann in der gegnerischen Hälfte, also Abseits."

Für St. Paulis Abwehrspieler Hauke Wahl ist das Derby als Hamburger Jung etwas Besonders. "Der Sieg bedeutet mir unfassbar viel. Als wir mit dem Bus losgefahren sind, gab es nur Reaktionen, gute und schlechte. Aber es hat gezeigt, wie viel das Spiel der Stadt bedeutet."

Die Kiezkicker hätten aus seiner Sicht einen "extrem guten Job gemacht". Immer wieder konnten sie sich aus dem Gegenpressing befreien und standen defensiv sicher. "Wir sind defensiv aber noch nicht so gut, wie letztes Jahr."

Entgegen seiner Kollegen wird der Weg von Wahl nach der Partie nach Hause zu seiner Familie führen und nicht auf den Kiez. "Ich bin zu alt dafür."

HSV-Kapitän Yussuf Poulsen sprach nach der Niederlage Klartext. "Das tut weh, vor allem zuhause. Wir haben alles reingelegt, waren in den wichtigen Momenten aber nicht klar genug. So ein Spiel wird durch Kleinigkeiten entschieden und dann sind wir eine Sekunde nicht aufmerksam und kriegen direkt das 0:1. Da müssen wir besser sein."

Torschütze Andréas Hountondji traf in seinem zweiten Spiel zum zweiten Mal für den Kiezklub. "Es war eine verrückte Nacht, die Offensive war heute entscheidend."

Zu seinem Tor sagte er: "Es war nicht einfach aus dem spitzen Winkel, ich war eigentlich schon zu weit links, aber es hat geklappt."

HSV-Coach Merlin Polzin zeigte sich nach der Derby-Pleite sichtlich enttäuscht. "Sehr, sehr bitter. Wir haben heute nicht das auf den Platz gebracht, was wir gebraucht hätten, um zu gewinnen. Wir waren aggressiv drin und haben die richtigen Räume gespielt und dann bringt eine Standardsituation das Spiel durcheinander."

Nach der Halbzeit tat die Millimeterentscheidung um das Abseitstor weh. "Dann kassieren wir das 0:2 und die gelb-rote Karte, dann wird es schwierig. Am Ende haben wir verdient verloren."

St. Paulis Trainer Alexander Blessin konnte mit seinem Team den besten Bundesliga-Start seit 30 Jahren feiern. "Bundesliga-Spiele zu gewinnen, ist immer schön. Das erste Derby ist schon was Besonderes. Wir wollten das Publikum verstimmen lassen und das haben wir über weite Strecken geschafft."

Er wusste aber auch, dass das Abseitstor von Königsdörffer hätte die Partie zum Kippen bringen können. "Wir hätten das Spiel davor und danach schon entscheiden können."

HSV-Sportchef Stefan Kuntz trat niedergeschlagen vor die Kamera: "Es gibt nichts Schlimmeres als das Derby zuhause zu verlieren. Wir wollten anders starten, wussten aber, dass wir viel lernen müssen. Das 0:1 war eine Unachtsamkeit, beim Ausgleich waren wir zehn Zentimeter zu schnell.

Aus unserer Sicht war es ein rotwürdiges Foul von Pyrka, aber insgesamt hat St. Pauli verdient gewonnen. Es hat uns gezeigt, dass wir lernen müssen."

Zudem bekräftigte er, dass der HSV weiterhin auf der Suche nach einer Offensivkraft ist.

Kurz darauf war FCSP-Präsident Oke Göttlich dran. "Es ist erst Anfang der Saison und es sind drei weitere Punkte", blieb er gelassen und erklärte, dass man an die 40 Punkte rankommen müsse. "Ich bin stolz und freue mich über das Ergebnis."

In den nächsten Wochen müsse das Team weiterhin gegen die Widerstände ankämpfen, um erfolgreich zu sein. "Es ist noch viel zu früh, um in Euphorie zu verfallen."

Und dann richtete er noch einige Worte an die eigenen Fans. "Der Derbysieg ist unfassbar und ich freue mich für unsere Fans. Es gab Aktion, die es zwischen den Fanlagern schwierig gemacht haben, aber wir sind ruhig geblieben.

Unmittelbar nach Abpfiff trat Louis Oppie vors Sky-Mikro: "Unfassbar, die Fans waren überragend! Die Mentalität war der Schlüssel, wir haben gefightet ohne Ende. Einer macht einen Fehler, der andere war sofort da. Wir haben Vertrauen in unsere Qualitäten. Ich bin gespannt, was die gestandenen Spieler sagen."

Abpfiff!

Das Spiel ist aus! Der FC St. Pauli hat das Derby beim HSV völlig verdient mit 2:0 (1:0) gewonnen und ist damit über Nacht Tabellenführer.

Der FC St. Pauli jubelt über den Derbysieg beim HSV.
Der FC St. Pauli jubelt über den Derbysieg beim HSV.  © WITTERS

90.+6: Wann erlöst Dingert den HSV?

Der HSV lässt es mittlerweile fast schon laufen und kommt gar nicht mehr in die Zweikämpfe.

90. Minute: Zehn Minuten oben drauf

Eigentlich ist die Partie entschieden, dennoch gibt es zehn Minuten Nachspielzeit. Bei den Kiezkickern ist man darüber nicht ganz erfreut.

87. Minute: Passiert hier noch was?

Beim HSV ist die Luft raus, St. Pauli spielt seinen Stiefel locker runter und hat durch Kaars noch die Chance auf das 3:0.

Von den Fans kommt auch nicht mehr viel, da sind nur noch die Gäste-Anhänger zu hören.

82. Minute: Muntere Wechselspielchen

Beim HSV kommt Mikelbrencis für Königsdörffer, auf Seiten von St. Pauli ersetzen Ritzka und Metcalfe Torschütze Dzwigala und Pereira Lage.

80. Minute: St. Pauli kratzt am 3:0

St. Pauli nutzt die Überzahl aus und erspielt sich gleich mehrere gefährliche Aktionen. Doch das 3:0 will nicht fallen.

77. Minute: Gelb-rote Karte für Gocholeishvili

Bitter für den HSV! Für ein eher harmloses Foul sieht Gocholeishvili gelb, es ist seine zweite in der Partie und damit fliegt er vom Platz.

Dingert sah wohl ein Unterbinden einer Kontersituation und zückte deshalb die zweite Verwarnung.

Gocholeishvili musste nach seiner zweiten gelben Karte vom Platz - ein gebrauchter Abend für den Georgier.
Gocholeishvili musste nach seiner zweiten gelben Karte vom Platz - ein gebrauchter Abend für den Georgier.  © Witters/ValeriaWitters

75. Minute: Hamburger Jung Stange kommt

Erneuter Wechsel beim HSV: Mit Otto Stange wechselt Polzin einen echten Hamburger Jungen ein. Er kommt für Elfadli.

Zudem muss Capaldo runter, für ihn kommt Philippe. Der HSV wird damit deutlich offensiver.

71. Minute: Derby ausverkauft

Wie erwartet, ist das Derby ausverkauft!

Titelfoto: WITTERS

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