HSV holt Martin Adeline: Freude bei den Rothosen, Frust bei französischen Fans
Hamburg - Das Personalkarussell beim HSV läuft langsam so richtig an: Am Montag verkündeten die Rothosen die Verpflichtung von Martin Adeline (22). In den jungen Franzosen stecken die Hanseaten große Hoffnungen.
Der kreative Offensivakteur wechselt mit dem Versprechen von 21 Torbeteiligungen in der vergangenen Saison vom französischen Erstliga-Aufsteiger ES Troyes AC in den Volkspark. Er unterschrieb bis 2030 und kostet dem Vernehmen nach vier Millionen Euro Ablöse plus Boni.
"Nach der intensiven Analyse der vergangenen Saison war klar, dass wir unseren Kader gezielt und mit zusätzlichen Profilen weiterentwickeln wollen. Martin bringt genau die Qualitäten mit, die unser Spiel bereichern und uns neue Optionen und damit Flexibilität eröffnen", betonte Sportvorständin Kathleen Krüger (41).
Die neue starke Frau beim HSV hob insbesondere Adelines Persönlichkeit und dessen Mentalität hervor: "Martin ist ein selbstloser Teamplayer, der auf dem Platz sehr stark für das Kollektiv arbeitet. Wir freuen uns sehr, dass er sich für unseren gemeinsamen Weg entschieden hat", unterstrich die 41-Jährige.
Der Neuzugang werde "hervorragend" ins Mannschaftsgefüge passen, war sich auch Sportdirektor Claus Costa (42) sicher. "Bemerkenswert war zudem, mit welcher Klarheit sich Martin bereits nach den ersten Gesprächen zum HSV bekannt hat, was ein wichtiger Faktor in diesem Transferprozess war", verdeutlichte der Ex-Profi.
Was ist fußballerisch von HSV-Neuzugang Martin Adeline zu erwarten?
Doch was ist fußballerisch von Adeline zu erwarten? "Martins Spiel zeichnet sich durch hohe Aktivität, Intensität und Tiefgang aus. Er verfügt über ein gutes Gespür für Räume im letzten Drittel und hat die Fähigkeit, immer wieder in den torgefährlichen Bereich vorzustoßen. Darüber hinaus arbeitet er leidenschaftlich und diszipliniert gegen den Ball", fasste Costa zusammen.
Nicht nur die HSV-Verantwortlichen, sondern auch der Spieler selbst zeigte sich begeistert. "Die Gespräche mit dem HSV haben mir von Anfang an ein sehr gutes Gefühl gegeben. Die Strahlkraft des Clubs, seiner Fans und des Stadions sowie die Möglichkeit, mich hier sportlich weiterzuentwickeln und auf Bundesliga-Niveau zu beweisen, haben mich überzeugt", erläuterte Adeline.
Er freue sich schon jetzt auf sein erstes Spiel im Volksparkstadion, führte der 22-Jährige aus - am Dienstag steht nun aber erst einmal die erste Trainingseinheit für den Franzosen auf dem Programm, die allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.
Des einen Freud, des anderen Leid
Während bei den Hamburgern also Freude pur herrscht, ist bei den Franzosen Frust angesagt. Ihrem Leid machen die Anhänger des ES Troyes AC vor allem auf "X" Luft.
"Schämt euch! Ihr habt den Verein verkauft und seid dabei, ihn zu ruinieren", schreibt beispielsweise ein Nutzer unter die Veröffentlichung des Wechsels.
Andere wüten und unterstellen dem Sportdirektor des französischen Erstliga-Aufsteigers absolute Inkompetenz. "Geht doch alle zur Hölle. Vier Millionen, wo er doch zehn Mio. wert ist", oder "zu diesem Preis ist das ein Witz", heißt es dort außerdem.
Laut transfermarkt.de beträgt Adelines Marktwert rund zehn Millionen Euro. Und auch wenn dieser Betrag lediglich geschätzt ist, scheint die Reaktion der Fans dahingehend nachvollziehbar.
Erstmeldung um 10.23 Uhr, Artikel aktualisiert um 15.03 Uhr.
Titelfoto: WITTERS
