Hamburg - Was für ein irres Ende! Der HSV hat sich mit einem Last-Minute-Treffer in der Nachspielzeit für eine starke Leistung gegen den VfB Stuttgart belohnt und trotz Unterzahl in der Schlussphase mit 2:1 triumphiert.
Bereits in der neunten Minute - die Fans schwiegen aus Protest gegen die geplanten Sicherheitsverschärfungen der Innenministerkonferenz (IMK) noch - schnupperte Robert Glatzel bei seinem Startelf-Debüt in dieser Saison an der Führung. Sein abgefälschter Abschluss klatschte auf die Latte.
Acht Zeigerumdrehungen später ließ der ehemalige Zweitliga-Torschützenkönig den Volkspark aber schließlich beben: Alexander Rössing-Lelesiit ließ im Mittelfeld gleich mehrere Gegenspieler stehen und steckte klasse auf Glatzel durch, der eiskalt unten rechts abschloss - 1:0 (17.).
Die Hamburger belohnten sich damit für einen starken Auftritt, der in der 33. Minute allerdings erheblich getrübt wurde: Der Torschütze und Publikumsliebling humpelte nach einem Pressschlag mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz - wie bitter!
Und der VfB? Vom Europa-League-Teilnehmer, der ordentlich durchrotierte, kam offensiv sehr, sehr wenig. Die Schwaben hatten nicht eine wirklich zwingende Torchance. Entsprechend verdient war die durchaus überraschende Halbzeitführung für die Hausherren.
HSV gegen den VfB Stuttgart: Undav gleicht aus, doch Vieira schlägt zurück
Das Bild wendete sich jedoch nach dem Wiederanpfiff: HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes sah bei einem Abschluss von Jamie Leweling nicht gut aus, ließ die Kugel nach vorne abprallen und Deniz Undav staubte kaltschnäuzig zum 1:1 ab (54.).
In der Folge entwickelte sich ein umkämpftes Spiel, in dem keine Mannschaft so wirklich die Oberhand hatte. Zwar gab es den ein oder anderen Abschluss, eingreifen mussten die Schlussmänner auf beiden Seiten aber kaum einmal.
Die Schlussphase begann - und Rössing-Lelesiit erwies seiner Mannschaft einen Bärendienst: Obwohl er schon verwarnt war, ging er mit viel Risiko in einen Zweikampf - und kam zu spät. Referee Sören Storks hatte keine andere Wahl, als ihn mit Gelb-Rot vom Platz zu schicken (81).
So ging es in den Schlussminuten für die Rothosen nur noch darum, das Remis zu halten. Doch falsch gedacht! In der Nachspielzeit ging eine Freistoß-Variante der Stuttgarter völlig in die Hose, die Hamburger konterten im eigenen Stadion und Fábio Vieira vollendete zum 2:1-Siegtreffer. Der Volkspark explodierte, dann war Schluss!
Statistik zum Bundesliga-Duell zwischen dem HSV und dem VfB Stuttgart
Bundesliga, 12. Spieltag
Hamburger SV - VfB Stuttgart 2:1 (1:0)
Aufstellung HSV: Heuer Fernandes - Capaldo, L. Vuskovic, Torunarigha - Mikelbrencis (67. Gocholeishvili), Lokonga (67. Vieira), Remberg, Muheim - Philippe (67. Baldé), Glatzel (33. Königsdörffer, 87. Ramos), Rössing-Lelesiit
Aufstellung VfB: Nübel - Al-Dakhil, Chabot, Hendriks (87. Mittelstädt) - Vagnoman, Nartey (57. Stiller), Chema, Stenzel (46. Leweling), El Khannouss, Führich (40. Undav) - Bouanani (87. Jovanovic)
Schiedsrichter: Sören Storks (Ramsdorf)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Glatzel (17.), 1:1 Undav (54.), 2:1 Vieira (90.+4)
Gelbe Karten: - / Stenzel (2), Vagnoman (2), Chema (1), Undav (3)
Gelb-Rote Karte: Rössing-Lelesiit
Tabelle 1. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
FC Bayern München | 12 | 44:9 | 34 | |
| 2 |
|
RB Leipzig | 12 | 22:13 | 26 | |
| 3 |
|
Borussia Dortmund | 12 | 21:11 | 25 | |
| 4 |
|
Bayer 04 Leverkusen | 12 | 28:17 | 23 | |
| 5 |
|
TSG 1899 Hoffenheim | 12 | 25:17 | 23 | |
| 6 |
|
VfB Stuttgart | 12 | 21:17 | 22 | |
| 7 |
|
Eintracht Frankfurt | 12 | 27:23 | 20 | |
| 8 |
|
SV Werder Bremen | 12 | 16:21 | 16 | |
| 9 |
|
1. FC Köln | 12 | 21:20 | 15 | |
| 10 |
|
1. FC Union Berlin | 12 | 15:19 | 15 | |
| 11 |
|
Borussia Mönchengladbach | 12 | 16:19 | 13 | |
| 12 |
|
SC Freiburg | 11 | 15:20 | 13 | |
| 13 |
|
Hamburger SV | 12 | 11:18 | 12 | |
| 14 |
|
VfL Wolfsburg | 12 | 14:21 | 11 | |
| 15 |
|
FC Augsburg | 12 | 15:27 | 10 | |
| 16 |
|
1. FC Heidenheim | 12 | 10:27 | 8 | |
| 17 |
|
FC St. Pauli | 12 | 10:24 | 7 | |
| 18 |
|
1. FSV Mainz 05 | 11 | 11:19 | 6 | |
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.