Hamburg - Das kam überraschend! Eigentlich führte der HSV mit Sportvorstand Stefan Kuntz (63) Gespräche über eine Verlängerung der Zusammenarbeit, doch nun wurde der Vertrag aufgelöst.
Der Bundesligist gab am Freitagmorgen die Trennung bekannt und nannte persönliche und familiäre Gründe. Kuntz hatte nach den Weihnachtsfeiertagen um eine vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten.
Der Europameister von 1996 war 2024 zum damaligen Zweitligisten gekommen und hatte ihn ein Jahr später zurück in die Bundesliga geführt.
"Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball. Das ist nun bei mir der Fall. Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren. Dem HSV danke ich für tolle anderthalb Jahre. Ich wünsche den Teams und der gesamten Geschäftsstelle weiterhin das Beste", erklärte Kuntz in einer Mitteilung.
Wenig später meldete er sich auch auf Instagram zu Wort. "Es war mir eine große Ehre, Teil dieses besonderen Vereins zu sein", schrieb er in seinem Beitrag über die emotionale und intensive Zeit im Volkspark. "Gemeinsam haben wir den Aufstieg in die Bundesliga geschafft und auch das erste halbe Jahr dort gemeinsam erlebt - ein Erfolg, der für mich immer mit diesem besonderen Club und seinen Menschen verbunden bleibt."
Der 63-Jährige hob besonders die Fankultur und auch die klare Haltung in schwierigen Themen hervor. "Die gelebte Erinnerungskultur und das große soziale Engagement haben mich tief beeindruckt – weil sie vieles widerspiegeln, wofür auch ich stehe", erklärte er und bedankte sich für die Unterstützung.
Stefan Kuntz meldet sich nach HSV-Abschied zu Wort
HSV sieht keine Eile bei der Nachfolge von Stefan Kuntz
Der Verein zeigte Verständnis für den überraschenden Schritt und bedankte sich für die erfolgreiche Zusammenarbeit.
"Stefan hat mit seinem Team vieles bewegt. Für seine persönliche Zukunft wünschen wir ihm alles Gute", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Papenfuß. "Wir haben in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt und sind mit Vorstand Eric Huwer und einer starken zweiten Führungsebene gut aufgestellt für die kommenden Aufgaben."
Zeitdruck sehe Papenfuß nicht, aus seiner Sicht sei der Verein "wettbewerbs- und handlungsfähig". Zudem bekräftigte er, dass alle handelnden Personen das volle Vertrauen hätten. Dennoch dürfte die Nachricht zum Trainingsstart am Freitag überrascht haben.
Erstmeldung, 2. Januar, 9.38 Uhr; aktualisiert um 10.37 Uhr.