Hamburg - Wer hätte das gedacht? Bei der Suche nach einem neuen Sportvorstand soll sich der HSV für Kathleen Krüger (40) vom FC Bayern München entschieden haben - eine Wahl, die zum Weg des Vereins passt, wie TAG24-Redakteur Bastian Küsel-Kanbach findet.
Zahlreiche Namen waren seit Anfang Januar und der unschönen Trennung von Stefan Kuntz (63) durch den Volkspark gegeistert: Ex-BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl (46), Weltmeister Stefan Reuter (59) oder zuletzt auch Dietmar Beiersdorfer (62) wurden gehandelt.
Vieles deutete darauf hin, dass der HSV-Aufsichtsrat mit einer "konservativen" Lösung um die Ecke kommen und ein eher überschaubares Risiko eingehen würde. Umso größer war die Überraschung, als am Mittwoch durchsickerte: Krüger soll die erste Wahl sein und zeitnah als neue Sportvorständin unterschreiben.
Die 40-Jährige, die seit 2024 den Bereich Organisation und Infrastruktur beim Rekordmeister leitet, ist alles andere als eine konservative Lösung. Für die ehemalige Profi-Spielerin wird es der Schritt ins Rampenlicht sein, nachdem sie beim FCB in erster Linie hinter den Kulissen gewirkt hatte.
Mit der Entscheidung, Krüger zur Vorständin zu machen, geht der HSV zweifellos ein Risiko ein. Die gebürtige Bayerin ist keine auf Vorstandebene etablierte Figur im deutschen Profi-Fußball - und womöglich genau deshalb die richtige Wahl.
HSV beweist mit Verpflichtung von Kathleen Krüger vor allem eines: Mut
Mit der Verpflichtung der früheren Bayern-Teammanagerin beweist der HSV vor allem eines: Mut. Ähnlich wie im Winter 2024, als der Verein nicht auf einen großen Namen, sondern auf den "Hamburger Jung" Merlin Polzin (35) als Trainer setzte.
Die Entscheidung stellte sich als Glücksfall heraus: Der 35-Jährige führte die Rothosen nach sieben langen Jahren zum ersehnten Aufstieg und wird in dieser Saison mit großer Wahrscheinlichkeit auch den Klassenerhalt feiern dürfen.
Der Mut der Verantwortlichen wurde in diesem Fall belohnt, und auf dasselbe Ergebnis darf man auch in Krügers Fall hoffen. Die 40-Jährige hat in ihrer Zeit beim FC Bayern - wenn auch in anderer Funktion - gezeigt, dass sie eine Menschenfängerin und Strategin ist.
Die Ex-Spielerin wird mit Sicherheit viele Ideen mitbringen und neue Prozesse anstoßen. Auch für die HSV-Frauenabteilung ist die Verpflichtung ein deutliches Zeichen. Der Verein ist bereit, neue, innovative Wege zu gehen - der Krüger-Coup unterstreicht diesen Eindruck einmal mehr.