Nach gruseliger Derby-Nullnummer: Darüber ärgert sich HSV-Trainer Polzin am meisten

Hamburg - Eigentlich wollte der HSV die Machtverhältnisse in Hamburg wieder zurechtrücken, doch mit der gruseligen Nullnummer beim FC St. Pauli war dies nicht möglich. Entsprechend enttäuscht trat man die "Heimreise" an.

HSV-Trainer Merlin Polzin (36) ärgerte sich vor allem über die schlecht ausgespielten Konter seiner Mannschaft.
HSV-Trainer Merlin Polzin (36) ärgerte sich vor allem über die schlecht ausgespielten Konter seiner Mannschaft.  © WITTERS

Die Gäste aus Stellingen kamen eigentlich ganz gut in die Partie und hatten viel Spielkontrolle. Allerdings fiel der Mannschaft von Trainer Merlin Polzin (36) offensiv recht wenig ein. "Das lag nicht nur an den Temperaturen oder an unserem Unvermögen, sondern auch an der guten Art und Weise wie St. Pauli verteidigt", erklärte er.

Der HSV hatte in Durchgang eins mehrere gefährliche Aktionen, doch entweder stand man im Abseits oder der Abschluss, wie von Fabio Baldé (20) unmittelbar vor der Pause, war viel zu harmlos.

"Wir haben uns vorn wie zuletzt gegen Gladbach wieder nicht belohnt", haderte auch Nicolai Remberg (25). "Wir kommen immer gut durch, aber uns fehlt der letzte Pass sowie die klare Entscheidung und Überzeugung vor dem Tor."

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HSV - Hamburger SV Stefan Kuntz dementiert Fehlverhalten nach Aus beim HSV

In der zweiten Hälfte wurde die Partie ein wenig offener, die größte Chance hatten aber erneut die Rothosen durch einen Kopfball von Luka Vuskovic (18), der allerdings an FCSP-Keeper Nikola Vasilj (30) scheiterte.

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Nicolai Remberg (25, l.) haderte vor allem mit der ersten Halbzeit.
Nicolai Remberg (25, l.) haderte vor allem mit der ersten Halbzeit.  © WITTERS

Ansonsten zeigte der HSV, warum er mit nur 17 Toren die zweitschlechteste Offensive stellt. "Insbesondere die Konter ärgern mich sehr", gab Polzin zu. Vor allem der in der 82. Minute dürfte ihn zur Weißglut getrieben haben. "Da laufen wir Drei-gegen-Eins aufs gegnerische Tor, das können und müssen wir besser ausspielen."

Rayan Philippe (25) traf allerdings die falsche Entscheidung und versuchte, den Pass mit dem linken Außenrist auf die andere Seite zu spielen.

Am Ende fehlte den Rothosen auch ein wenig das Risiko nach vorne, auch wenn Vuskovic in den Schlussminuten fast den Mittelstürmer mimte. "Wir wollten es irgendwie noch erzwingen, aber es hat einfach nicht gepasst", gestand der Trainer.

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Mit dem zweiten 0:0 in Folge hielt der HSV zumindest St. Pauli auf Abstand, das dürfte vor der Partie wohl das Minimalziel gewesen sein. "Letztlich ist es wohl ein gerechtes Ergebnis. Es ist wieder ein Punkt, wir haben erneut zu Null gespielt", sah Remberg immerhin einen positiven Aspekt.

Ähnlich sah es letztlich auch Polzin. "Mit der Leistung der Defensive bin ich auf jeden Fall zufrieden, vorne hätte ich mir gerne eine andere Zahl gewünscht." Da er auch schon andere Spiele am Millerntor erlebt habe, schaute er in Gänze auf den Prozess und war dann zumindest ein bisschen zufrieden, nach einem Derby, das nicht wirklich lange in Erinnerung bleiben wird, wie er meinte.

Titelfoto: WITTERS

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