Werder gegen den HSV im Liveticker: Trainer verbindet enge Freundschaft
Bremen - Mehr Brisanz geht kaum: Am Samstag (15.30 Uhr) stehen sich der SV Werder Bremen und der HSV im 159. Nordderby gegenüber. Für beide Klubs steht extrem viel auf dem Spiel.
Während die Rothosen mit einem Auswärtssieg im Weserstadion einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt machen könnten, wollen die Grün-Weißen punktetechnisch mit dem Erzrivalen gleichziehen und ihrerseits ganz wichtige Zähler holen.
Mit dem Liveticker von TAG24 verpasst Ihr vor, während und nach dem brisanten Duell nichts.
13 Uhr: Diese besondere Geschichte verbindet Merlin Polzin und Daniel Thioune
Das Duell zwischen Werder und dem HSV ist auch für die beiden Trainer ein ganz Spezielles. Denn sie verbindet eine lange und intensive Zeit.
Daniel Thioune (51) trainierte seinerzeit eine Jugendmannschaft vom VfL Osnabrück, als ein junger Mann, damals 22 Jahre alt, eine Einheit beobachtete und fleißig Notizen machte. Es war ein Lehramts-Student, der den Namen Merlin Polzin (35) trug. Sie kamen ins Gespräch und schon bald wurde aus dem Studenten ein Co-Trainer.
Sieben Jahre lang arbeiteten die beiden zusammen beim VfL und später auch beim HSV, wohin Thioune Polzin mitnahm. Beide verbindet eine tiefe Freundschaft. Aber: "Am Wochenende sind wir keine Freunde", sagte Thioune, der schmunzelte und nachschob, "es muss schon eine Menge passieren, dass unser Verhältnis unter irgendetwas leidet. Wir hatten eine wunderbare Zeit zusammen. Wenn nicht mal irgendwann etwas dazwischenkommt und er mir ins Auto fährt, dann würde ich behaupten, dass wir Freunde sind."
Ähnlich sieht es auch Polzin. "In den 90 Minuten wollen beide Teams das Spiel gewinnen. Aber ich kann trotzdem behaupten, dass in diesen 90 Minuten ein Freund auf der anderen Seite steht", so der HSV-Coach. "Das Freundschaftsverhältnis ist mir sehr wichtig und bedeutet mir auch sehr viel."
Das bislang einzige, direkte Duell gewann übrigens Polzin - der HSV siegte mit 4:1 gegen Thiounes damaligen Verein Fortuna Düsseldorf.
12.35 Uhr: HSV-Profis wurden aus dem Schlaf gerissen
In der vergangenen Nacht gab es einen Zwischenfall vor dem HSV-Mannschaftshotel: Wie die Polizei gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte, zündete eine größere Gruppe gegen 3.30 Uhr Feuerwerkskörper in der Nähe der Unterkunft.
Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, waren die Verursacher schon über alle Berge.
Laut eines HSV-Sprechers wurden einzelne Spieler durch den Lärm geweckt, der Großteil habe aber nichts von dem Krach mitbekommen.
12.30 Uhr: Diese Spieler liefen für Werder und den HSV auf
Der HSV und Werder sind große Erzfeinde, dennoch gab es in der Geschichte 27 Spieler, die für beide Vereine aufgelaufen sind.
Für eine Schlagzeile war Ailton (52) immer gut, bei Werder (214 Einsätze, 106 Tore) waren es meist positive. Denn dort holte der "Kugelblitz" das Double (2004). Beim HSV hingegen spielte der Brasilianer nur eine Saison und kam in 13 Einsätzen auf magere drei Treffer. Viermal traf er übrigens im Nordderby für Grün-Weiß.
Dietmar Beiersdorfer (62) ist einer von nur sechs Profis, die direkt von der Elbe an die Weser wechselten. Mit beiden Vereinen holte er den Pokal, mit Bremen sogar noch die Meisterschaft. Später lenkte er die Geschicke beim HSV.
Was kaum jemand weiß: HSV-Ikone Dennis Diekmeier (36, 184 Spiele) wurde in der Jugend der Grün-Weißen ausgebildet, ein Profi-Spiel absolvierte er jedoch nie.
Rodolfo Cardoso (57), der gerade erst das Traineramt bei den HSV-Frauen übernommen hat, lief ebenfalls für beide Klubs auf. Zunächst traf er im Derby noch für Bremen, ehe er wechselte und ein Jahr später auch für die Rothosen traf.
Bekannte Gesichter, die ebenfalls für beide Vereine aufliefen, sind unter anderem Ex-Nationalspieler Fabian Ernst (46), Aaron Hunt (39), Martin Harnik (38), Frank Rost (52) oder Bruno Labbadia (60).
Mit dabei sein wird am Samstag auf jeden Fall auch Christian Groß (37). Der Co-Trainer von Werder stammt aus der HSV-Jugend, kam aber nie für die Profis zum Einsatz. Bei Werder war er Kapitän und flog 2021 im Derby vom Platz.
12 Uhr: Schiedsrichter Florian Exner leitet das Nordderby
Florian Exner (35) wird das Nordderby zwischen Werder und dem HSV leiten. Beide Vereine konnten sich bislang nicht beklagen, wenn der gelernte Rechtsanwalt zur Pfeife griff.
Eine Partie der Bremen leitete der 35-Jährige bislang erst einmal. Am 15. Spieltag dieser Saison gewannen die Grün-Weißen daheim mit 4:1 gegen Union Berlin.
Der HSV und Exner haben da schon ein paar mehr gemeinsame Spiele auf dem Buckel. Nach einer Niederlage gegen Osnabrück (1:2 in der Saison 2022/23) folgten vier Siege und ein Remis. In dieser Spielzeit leitete er bereits zwei Begegnungen der Rothosen - beide endeten mit einem 2:1-Erfolg (gegen Heidenheim und in Wolfsburg).
11.30 Uhr: Pflichtspiel-Bilanz spricht ganz knapp für Werder
158-mal standen sich Werder und der HSV in ihrer Historie in Pflichtspielen gegenüber - die Bilanz spricht dabei denkbar knapp für den SVW.
Während die Hamburger 56-mal als Sieger vom Platz gingen, triumphierten die Grün-Weißen bis dato 59-mal. 43-mal wurden die Punkte geteilt.
Blickt man nur auf die Bundesliga, stehen bisher 109 Duelle zu Buche. Die Bilanz aus Sicht des HSV: 35 Siege, 35 Remis und 39 Niederlagen.
11 Uhr: Nordderby als Hochrisikospiel eingestuft
Wie zu erwarten war, wurde das Nordderby zwischen den beiden Erzrivalen als Hochrisikospiel eingestuft. Die Bremer Polizei wird daher mit etlichen Kräften im Einsatz sein und von Beamten aus anderen Bundesländern unterstützt.
Rund um das Stadion müssen sich die Fans auf Einschränkungen und Sperrungen einstellen. Die Polizei riet dazu, mehr Zeit für die Anreise einzuplanen und auf den öffentlichen Nahverkehr zu setzen.
10.30 Uhr: Derby-Tag im Weserstadion!
Moin aus Bremen!
Nur noch fünf Stunden bis zum Anpfiff des ewigen Duells zwischen Werder Bremen und dem HSV. Aktuell ist es noch ziemlich ruhig rund ums Weserstadion.
Titelfoto: Friso Gentsch/dpa