Plan mit fünf Punkten: So will der neue Präsident den KSC aufpolieren

Karlsruhe - Er soll den Karlsruher SC zurück zu alter Stärke führen.

Bislang Vize, jetzt Präsident: Holger Siegmund-Schultze.
Bislang Vize, jetzt Präsident: Holger Siegmund-Schultze.  © Christoph Schmidt/dpa

Mit 60,52 Prozent der Stimmen war der bisherige Vizepräsident Holger Siegmund-Schultze am Donnerstag zum neuen Club-Oberhaupt und Nachfolger des im Mai zurückgetretenen Ex-Präsidenten Ingo Wellenreuther gewählt worden. 

Sein Auftrag: Den Fußball-Zweitligisten sowohl sportlich als auch finanziell wieder stabilisieren. Sein Konzept: Ein Fünf-Ebenen-Plan.

"Ich schlage nicht vor, was schön wäre, sondern das, was umsetzbar und realistisch ist", sagte Siegmund-Schultze schon in seiner Wahlrede und nannte direkt die Themengebiete, die er nun beackern möchte. 

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Zum einen die Organisation, bei der es ihm wichtig sei, "die Verantwortung dort zu lassen, wo auch die Kompetenz ist", wie der 53-Jährige betonte: "Es ist nach meiner Auffassung nicht Aufgabe des Präsidenten, ins operative Geschäft einzugreifen." 

Das Geschäftsmodell des Clubs, der "Umgang mit unseren finanziellen Ressourcen" müsse aber verändert werden, sagte Siegmund-Schultze. Im sportlichen Bereich will er "ein Konzept über alle KSC-Mannschaften entwickeln und dann auch umsetzen", sagte er. Die Durchlässigkeit von der Jugend zu den Profis müsse wieder verbessert werden. Auch in die Infrastruktur müsse investiert werden. 

Ex-Präsident Wellenreuther aus dem Amt gedrängt

Ex-KSC-Präsident Ingo Wellenreuther wurde aus dem Amt gedrängt.
Ex-KSC-Präsident Ingo Wellenreuther wurde aus dem Amt gedrängt.  © Thomas Kienzle/dpa

"Die Qualität der Trainingsplätze und der Jugendakademie ist ein Faktor im Kampf um Talente", betonte der Immobilienprojektentwickler. 

Der sich mit dem KSC auch "seinen wichtigsten Partnern, nämlich der Stadt, den Sponsoren, den Mitglieder und den Fans" wieder nähern will.

Das ist auch ein besonderes Anliegen des neuen Vizepräsidenten Martin Müller. Die fragwürdige Art und Weise, mit der der Unternehmer und das "Bündnis KSC" den Ex-Präsidenten Wellenreuther vor zweieinhalb Monaten aus dem Amt gedrängt hatten (TAG24 berichtete), spielte für Müllers Wähler offenbar kaum eine Rolle.

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"Es ist bekannt, dass ich dahinter stehe", sagte er selbst. "Wenn Sie denken, das ist Erpressung, dann gibt es ja die Möglichkeit, gegen mich Klage einzureichen. Weil das wäre ein Straftatbestand", konterte er eine entsprechende Frage aus dem Kreis der Mitglieder. Denen empfahl er, sich "endlich von den Verschwörungstheorien" um seine Person zu verabschieden. Er habe nun "richtig, richtig, richtig Lust" sich mit dem KSC zu beschäftigen.

Dass in seiner Firma neben der Karlsruher Europapokal-Legende Edgar Schmitt und Fan-Einpeitscher Daniel Schneider auch die Lebensgefährtin von KSC-Geschäftsführer Michael Becker angestellt ist, sieht der neue Vizepräsident nicht als möglichen Interessenkonflikt. "Wenn dem so wäre, dann müsste ich die Hälfte meiner Belegschaft rausschmeißen", sagte Müller: "Es gibt bei mir kein Berufsverbot für Menschen, die mit dem KSC in Verbindung sind."

Gute Nachrichten waren die Wahlergebnisse vom Donnerstag sicher für den zuletzt umstrittenen KSC-Sportgeschäftsführer Oliver Kreuzer. Sowohl Siegmund-Schultze, als auch Müller stärkten ihm den Rücken. "Was war 2018/19 unser Ziel? Der Aufstieg. Haben wir geschafft. Haken dahinter. Was war 2019/20 unser Ziel? Klasse halten. Haken dahinter, hat er gemacht", sagte Müller.

Man könne vieles hinterfragen. Man müsse aber auch fragen, "welche Möglichkeiten Oliver Kreuzer hatte". Die zu verbessern und die Marke KSC wieder zu stärken, ist nun die Aufgabe des neuen Präsidenten und Vizepräsidenten.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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