Leipzig - Um es gleich zu Beginn positiv zu formulieren: Lok Leipzig hat am Donnerstagabend das Aufstiegsspiel-Hinspiel nur mit 0:1 gegen die Würzburger Kickers verloren. Beim Rückspiel am kommenden Montag ist also im Grunde genommen noch alles drin. Ehrlicherweise war das aber schon ziemlich eindeutig auf dem Platz, auch wenn Blau-Gelb das nach Abpfiff etwas anders sah.
Ja, die erste Hälfte der beiden Aufstiegsaspiranten war noch sehr ausgeglichen, auch wenn die Gäste da schon die besseren Chancen hatten. Doch nach Wiederanpfiff machten die Bayern schon ziemlich ansehnlich klar, in welchen Bereichen sie der Lokschen im Bruno-Plache-Stadion überlegen waren.
Schnelligkeit, Physis, Torgefahr: Blau-Gelb konnte wirklich von Glück reden, dass Würzburg vor dem Kasten einiges liegen ließ und die eigene Ausgangslage für das Rückspiel nicht sogar noch besser gestaltete.
"Mit dem Ball können wir noch einiges draufsetzen. Da geht noch einiges mehr am Ende des Tages, auch bei der Chancenverwertung", so die fast schon angsteinflösende Einschätzung von Tarsis Bonga (29), dem vielleicht besten Mann der Würzburger am Donnerstagabend.
Der Tenor der Sachsen war nach Abpfiff trotzdem durchweg gleich. "Noch alles offen", "wir müssen im Rückspiel dann alles raushauen" und "wir müssen unser Spiel einfach durchziehen", waren die prägnantesten Sätze, die die Spieler fast allesamt äußerten.
"Mit dem 0:1 können wir leben. Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt, da werden wir ansetzen", formulierte es Trainer Jochen Seitz (49) etwas konkreter und fügte hinzu: "Bei uns haben fünf Stammspieler gefehlt und Würzburg tritt halt mit Bestbesetzung an, das ist dann vielleicht auch ausschlaggebend."
Lok Leipzigs wichtige Spieler fehlen arg
Nützt aber alles nichts, denn auch für den Montag ist nicht unbedingt mit einer Wunderheilung der verletzten Akteure zu rechnen.
Ein Brecher wie Malik McLemore (29) wäre jetzt schon im Hinspiel wichtig gewesen. Da sich der Rechtsaußen aber gerade beim Abschlusstraining einen kleinen Muskelfaserriss zugezogen hat, stehen die Chancen für einen Einsatz auch am Montag nicht unbedingt gut.
Und dass Spieler wie Stefan Maderer (29) und Jonas Arcalean (29), die einen großen Anteil an der Meisterschaft von Lok in dieser Saison hatten, offenbar nicht so leicht zu ersetzen sind, wurde auch deutlich.
Aufgeben ist dennoch keine Option. Lok hat jetzt drei Tage Zeit, um neue Kräfte zu sammeln und sich dann den Traum von der 3. Liga vielleicht doch noch zu erfüllen.