Leipzig - Verunsichert. Ein Wort, das Lok Leipzig aktuell wohl am besten beschreibt. Nach zwei Spielzeiten in Folge, in denen auch viel gefühlt von ganz allein funktioniert hat und am Ende die Regionalliga-Meisterschaft gefeiert werden konnte, steht Blau-Gelb momentan auf wackligen Beinen.
Streng genommen war noch nicht eine Partie der laufenden Saison wirklich souverän. Keine Begegnung ohne Gegentor, bittere Heimpleiten wie gegen Hertha II (1:2) oder den CFC (0:2) und generell noch nicht ein Sieg im Bruno-Plache-Stadion, weil unter anderem 3:1-Führungen wie gegen Magdeburg II noch aus der Hand gegeben werden.
Einfach wäre es jetzt natürlich, das am neuen Trainer Torsten Ziegner (48), dem veränderten System oder den Kader-Anpassungen im Club festzumachen. Belegen, was genau schiefläuft, lässt sich aber nicht. Der Verein scheint selbst ratlos.
Es kommen ja auch noch ein paar Dinge hinzu. Top-Torjäger Ayodele Adetula (28) läuft momentan seiner Form hinterher. Ausgleichend dafür spielt Eren Öztürk (22), der unter Jochen Seitz (49) nicht immer eine Rolle spielte, eine außergewöhnliche Saison.
Und sonst? Ziegner monierte nach dem 3:2 in Auerbach im Sachsenpokal am Sonntag, dass es ja nicht selten ist, dass Kontrahenten aus sehr wenig sehr viel machen: "Es passt so ein bisschen zu unserer Situation, dass der Gegner aus dem ersten richtigen Torschuss, was auch noch ein direkter Freistoß war, einen Treffer macht."
Auch gegen Erzgebirge Aue reichten den Veilchen drei bis vier Chancen, um zweimal zum Torerfolg zu kommen.
Lok Leipzig hofft auf Rückkehrer
Von einer "Horror-Woche" sprach Sportgeschäftsführer Toni Wachsmuth (39) auch im Hinblick auf das aktuelle Verletzungsproblem der Sachsen.
Dass der vermeintliche Königstransfer aus der 3. Liga, Julian Kügel (29), kurz nach Saisonstart monatelang wegbrechen wird, stand jedenfalls nicht im Plan.
Aus Lok-Sicht bringt es aber jetzt nichts, nur auf das Negative zu schauen. Bevor es am kommenden Sonntag beim Greifswalder FC weitergeht (14 Uhr), sind noch ein paar Tage Zeit, dass sich das Lazarett lichtet.
Adetula und vielleicht auch schon Farid Abderrahmane (30) könnten dann ihr Comeback feiern.
Und bis Jonas Arcalean (29) endlich wieder mitspielen darf, sollte es auch nicht mehr so lange dauern.
Tabelle Regionalliga Nordost
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
FC Rot-Weiß Erfurt | 7 | 23:5 | 17 | |
| 2 |
|
Chemnitzer FC | 7 | 16:3 | 17 | |
| 3 |
|
FC Erzgebirge Aue | 7 | 13:10 | 14 | |
| 4 |
|
1. FC Magdeburg II | 7 | 17:12 | 13 | |
| 5 |
|
FC Carl Zeiss Jena | 7 | 10:5 | 13 | |
| 6 |
|
FSV Zwickau | 7 | 8:9 | 13 | |
| 7 |
|
Greifswalder FC | 7 | 15:10 | 12 | |
| 8 |
|
VSG Altglienicke | 7 | 14:10 | 12 | |
| 9 |
|
Hallescher FC | 7 | 9:5 | 12 | |
| 10 |
|
BFC Dynamo | 7 | 10:8 | 11 | |
| 11 |
|
1. FC Lokomotive Leipzig | 7 | 13:13 | 10 | |
| 12 |
|
RSV Eintracht 1949 | 7 | 11:15 | 6 | |
| 13 |
|
SV Babelsberg 03 | 7 | 9:12 | 5 | |
| 14 |
|
Hertha BSC II | 7 | 5:15 | 5 | |
| 15 |
|
Tasmania Berlin | 7 | 8:22 | 4 | |
| 16 |
|
BFC Preussen | 7 | 5:12 | 3 | |
| 17 |
|
FSV 63 Luckenwalde | 7 | 5:18 | 3 | |
| 18 |
|
BSG Chemie Leipzig | 7 | 2:9 | 2 | |
Der Meister der Regionalliga Nordost steigt in diesem Jahr direkt in die 3. Liga auf.