München - Der FC Bayern München holt sich den Telekom Cup. Der Rekordmeister besiegte am Samstagnachmittag bei einer munteren Partie in der ausverkauften Allianz Arena RB Leipzig mit 3:1 (1:0). In den Schlussminuten wurde es still im Stadion, weil Jamal Musiala auf dem Platz umkippte und sofort die Notärzte gerufen wurden. Direkt kamen Erinnerungen an Fälle wie dem von Christian Eriksen hoch. Der Nationalspieler Deutschlands konnte - wenn auch benommen - den Rasen aber glücklicherweise selbst wieder verlassen. Sein Zusammenbruch war wohl der Hitze geschuldet.
Zum Spiel: Nur in kurzen Phasen unmittelbar vor und nach der Pause zeigten die Roten Bullen ihre Offensivstärke. Das reichte letztendlich nicht für einen Erfolg. RB-Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer erklärte in der Halbzeit bei "MagentaTV", dass man auf dem Transfermarkt noch aktiv werden wird. Verstärkungen wird es brauchen, um solche Begegnungen, wie die in München in Zukunft gewinnen zu können.
Die Gäste kamen aber eigentlich recht gut in die Partie, hatten viel Ballbesitz und rückten Schritt für Schritt Richtung Bayern-Kasten vor. Doch dann kam die 13. Minute. Ein missglückter Abwehrversuch von Ridle Baku an den Kopf von Brajan Gruda landete genau vor den Füßen von Luis Diaz, der plötzlich frei vor dem Tor stand und keine Mühe hatte, rechts unten zum 1:0 zu netzen.
Von da an spielte plötzlich nur noch der Rekordmeister mit seiner gewohnten Selbstsicherheit. Der Gegentreffer tat RB merklich weh. Grund genug für die Zuschauer in der Allianz Arena, die erste Laola-Welle kreisen zu lassen.
Nach der Trinkpause stabilisierten sich die Gäste wieder etwas. In der 40. Minute ergab sich dann die große Chance zum 1:1 nach einer Flanke von rechts. Ezechiel Banzuzi kam mit dem Kopf an die Kugel und setzte seinen Schussversuch nur knapp links vorbei.
Viel mehr passierte dann aber nicht mehr.
RB Leipzig kommt mit viel Schwung zum Ausgleich
Die Leipziger mussten was tun, hatten einen Rückstand aufzuholen und kamen auch ganz gut aus der Kabine. Johan Bakayoko stand unter anderem neu auf dem Feld und brachte direkt eine ganz andere Energie ins Spiel.
In der 50. Minute traf der Belgier den rechten Pfosten, kurz darauf musste sich Manuel Neuer ganz lang machen, um einen seiner Abschlüsse zu parieren.
Den nächsten Versuch konnte der Keeper aber nicht halten. Nach einer Flanke von Benjamin Henrichs von links stand Gruda goldrichtig und netzte per Aufsetzer links zum 1:1 (52.).
Der Rekordmeister wirkte etwas überrumpelt vom plötzlich flüssigen Spiel der Sachsen. Aber die Bayern wären nicht die Bayern, wenn sie nicht jederzeit trotzdem ein Tor machen könnten.
Aleksandar Pavlović brauchte nur auf den abseitsverdächtigen Nathaniel Brown durchstecken, um die Leipziger Abwehr zu umgehen. Der Nationalspieler tunnelte dann noch Maarten Vandevoordt und machte das 2:1 (57.).
Danach war die Luft bei den Rasenballern schon wieder raus. Der Rekordmeister spielte die Partie in der Folge souverän runter, kam durch einen abgefälschten Schuss von Jamal Musiala auch noch zum 3:1 (81.).
Der Nationalspieler musste kurz darauf ausgewechselt werden, weil er nach "Bild"-Informationen wegen der Hitze umgekippt war. In der Allianz Arena war der Schock der Musiala-Minuten zu spüren, es blieb ruhig. RB kam nicht mehr in den Schwung der Anfangsminuten des zweiten Durchgangs und musste sich letztendlich verdient geschlagen geben.