Mintzlaff mit Tränen in den Augen: RB Leipzig hat über Boykott nachgedacht

Leipzig - Klare Worte von RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff (46)! Auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Hannover 96 hat sich der 46-Jährige über die aktuelle Situation in der Ukraine und die sportlichen Auswirkungen auf den Verein geäußert.

RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff (46) zeigte sich am Dienstag sichtlich betroffen von den Ereignissen in der Ukraine.
RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff (46) zeigte sich am Dienstag sichtlich betroffen von den Ereignissen in der Ukraine.  © Screenshot RB Leipzig/Youtube

Die UEFA hatte am Montag beschlossen, dass die beiden kommenden Europa-League-Duelle gegen Spartak Moskau aufgrund der aktuellen Lage nicht stattfinden werden. Die Sachsen erhalten ein Freilos und ziehen direkt ins Viertelfinale ein.

Intern soll es aber bereits seit Donnerstag die Diskussion gegeben haben, ob die Mannschaft das Spiel boykottieren sollte.

RB-Trainer Domenico Tedesco (36) hatte dazu aber gesagt: "Wenn die Frage nach einem Boykott kommt: Dabei trifft es meiner Meinung nach immer die Falschen. Es trifft in erster Linie die Sportler und die Fans."

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Internet-Seiten wie "11Freunde", die eine kleine Privatfehde gegen RB Leipzig führen, verurteilten die Aussagen und gaben an, dass es RB selbst in dieser Situation nur ums Geld gehen würde.

Darauf angesprochen kämpfte Mintzlaff mit den Tränen und holte zum Rundumschlag aus:

"Da wird dann halt auch immer schnell geschossen. Und da stellt sich dann auch immer die Frage: Was will ich dann damit bezwecken? Will ich das Klischee bedienen, dass RB Leipzig ja nur ein Konstrukt ist und nur Geld verdienen will - da kann ich dann halt nur mit dem Kopf schütteln. Uns hat das auch alles betroffen, uns hat das auch alles extrem beschäftigt und ich bin auch emotional angegriffen. Und wenn man dann so viel Scheiße liest, dann ist es manchmal natürlich schon so, dass man sich fragt, wie krank ist das eigentlich."

Zudem betonte Mintzlaff, dass man immer noch nur Sportler sei und sich nicht "tagtäglich mit dem Krieg" beschäftige.

"Natürlich haben wir eine gesellschaftliche Verantwortung als Fußballklub und ich glaub dass wir die hier in Leipzig sehr wohl sehr wahrnehmen. Aber es ist am Ende hier Sport, und Sport verbindet, und die Idee zu sagen, beim Boykott trifft man nicht die Richtigen, dafür müssen wir uns nicht schämen, dass das Gedanken waren, die wir am Anfang hatten."

Grundsätzlich wäre es aus seiner Sicht eher eine Überlegung wert gewesen, alle Spiele während der Kriegszeit abzusagen. "Beim Spiel bis zum 1:0 in Bochum war ne tolle Stimmung. Da hat man nicht gespürt, dass die Welt gerade still steht."

Titelfoto: Screenshot RB Leipzig/Youtube

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