Das macht Robert Wagner so wertvoll für Dynamo
Dresden - Ed Sheeran, Laufmonster, Staubsauger: Robert Wagner (22) hat so einige Spitznamen weg. Meistens kamen sie von Mitspielern oder den Medien, einen davon hat er sich aber selbst in seinem ersten Interview als Neuzugang von Dynamo Dresden gegeben.
"In Phasen gegen den Ball, wenn wir mal ein bisschen tiefer stehen oder verteidigen müssen, bin ich auf der Doppelsechs auch wie so eine Art Staubsauger vor der Kette und kann viele Bälle gewinnen, für mehr Stabilität in der Defensive sorgen", erklärte der 22-Jährige im Wintertrainingslager der SGD.
Damals im Januar war der defensive Mittelfeldspieler frisch vom SC Freiburg ausgeliehen. Dass er so ein entscheidender Faktor zum Klassenerhalt werden würde, konnte so richtig keiner ahnen. Wurde Wagner aber, Grund genug für Sportboss Sören Gonther (39), alle Hebel in Bewegung zu setzen, um den Jungen fest zu verpflichten. Mit Erfolg! Am Dienstag gab's Vollzug.
Wagner ist das perfekte Bindeglied zwischen Offensive und Defensive. Vor allem seine Laufwerte beeindrucken. 267,7 Kilometer in 29 Spielen sind erst einmal kein Topwert, der reichte in der vergangenen Saison im Unterhaus nur zu Platz 83. Das liegt aber nur an seiner mauen Einsatzbilanz aus der Hinrunde bei Holstein Kiel.
Spielte er bei Schwarz-Gelb über die volle Distanz - was er bis auf zwei Sperren auch nur in zwei weiteren Spielen nicht tat - dann spulte der Rotschopf grundsätzlich die meisten Kilometer ab. Absoluter Top-Wert waren jeweils die 13,2 Kilometer an den Spieltagen 23, 24 und 25. Im Schnitt waren es 12,7 Kilometer bei der SGD.
Nur als Wagner an Spieltag 30 vorzeitig ausgewechselt wurde und an Spieltag 20 mit Gelb-Rot vom Platz musste, war Jonas Sterner (24) der mit den weitesten Wegen für das Team von Thomas Stamm (43).
Robert Wagner und Dynamo Dresden: Nur ein Tor fehlt noch
Doch Wagners Wege sind nie belanglose. 1551 "intensive Läufe" sprechen dafür. Er führt keine Standardsituationen wie Ecken oder Einwürfe aus. Der Rechtsfuß schließt grundsätzlich viele Lücken, erobert Bälle. 5,8 im Schnitt letzte Saison pro Spiel - top und genauso viele wie Kofi Amoako (21) sowie immer mit dem Makel der wenigen Einsatzzeit in der Hinrunde.
Auch vorne ist der Schwarzwälder - den bis auf seine Optik nichts mit Superstar Ed Sheeran (35) verbindet, nicht einmal dessen Musik - immer wiederzufinden. Nur ein Tor blieb ihm noch verwehrt. Nächste Saison gibt es sicherlich wieder die ein oder andere Gelegenheit dazu.
Trifft er nicht, wird es ihm Stamm sicherlich nicht krumm nehmen. Denn er weiß, was er am Mittelfeldspieler hat. Und der an seinem Coach. "Der Trainer ist enorm wichtig und auch, ob die Spielidee passt. Und die passt hier. Sie passt zu mir. Thomas Stamm ist ein unfassbar guter Trainer", sagte Wagner schon während der Rückrunde.
"Er kann Spieler und eine Mannschaft besser machen, ist sehr detailliert in seiner Arbeit, schaut auf jeden Pass. Aus den Videoanalysen kann man so viel lernen!"
Titelfoto: imago/Jan Huebner

