30 Mann sind zu viele: Wie geht Dynamo-Coach Stamm mit Härtefällen um?

Dresden - Es ist ziemlich voll auf Dynamo Dresdens Trainingsplatz. Sind alle Spieler gesund und fit, tummeln sich inklusive ein paar Nachwuchskickern über 30 Mann auf dem Grün. Coach Thomas Stamm (42) könnte glatt drei Teams aufstellen. Da ist er auch als guter Kommunikator gefragt.

Wenn Thomas Stamm (42) seinen kompletten Kader zusammenruft, stehen rund 30 Mann auf dem Platz.
Wenn Thomas Stamm (42) seinen kompletten Kader zusammenruft, stehen rund 30 Mann auf dem Platz.  © Lutz Hentschel

"Es wird zu einhundert Prozent Härtefälle geben. Du wirst - so, wie gerade alle trainieren - sehr, sehr schwierige Fälle haben die nächsten Wochen", erklärte der Schweizer schon vor dem Rückrundenstart. Aber er sieht es positiv: "Das ist meiner Meinung nach das, was wir an Konkurrenzkampf brauchen."

Trotzdem müssen der 42-Jährige und Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39) genau beobachten, wie die Akteure damit umgehen. Zumal sich schon in den zwei Testspielen im Wintertrainingslager sowie in den zwei Partien gegen Fürth und Magdeburg klar herauskristallisiert hat, auf welches Personal der Fußballlehrer größtenteils setzt.

"Wir müssen gut im Austausch sein. Gar nicht nur moderieren, sondern einfach offen und ehrlich den Jungs sagen, wo wir sie gerade sehen. Zum einen auch aus perspektivischer Sicht, was den Part von Sören anbelangt. Aber auch dieses kurzfristige Leistungsthema, was natürlich mein Part ist."

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Jene Kommunikation findet laut Stamm "täglich" statt, wenn auch nicht "mit jedem Spieler im Einzelgespräch". Dem 42-Jährigen geht es dabei um "Ehrlichkeit und Direktheit".

Der Dynamo-Trainer muss einige harte Entscheidungen treffen.
Der Dynamo-Trainer muss einige harte Entscheidungen treffen.  © Lutz Hentschel

Einer der Härtefälle bei Dynamo Dresden ist Friedrich Müller

Friedrich Müller (19, l.) hat es in diesem Jahr noch nicht in den Spieltagskader bei Dynamo Dresden geschafft.
Friedrich Müller (19, l.) hat es in diesem Jahr noch nicht in den Spieltagskader bei Dynamo Dresden geschafft.  © Lutz Hentschel

Besonders voll ist es in Dynamos Innenverteidigung. Ein gutes Beispiel für so einen Härtefall ist Youngster Friedrich Müller (19), der sich zum Ende der Hinserie in der Dreierkette festgespielt hatte. Die gibt es jetzt nicht mehr. "Klar wird das schwerer, aber das ist ja Profigeschäft", stellt Sebastian König (38) fest.

Der "U21"-Coach macht sich allerdings keine Gedanken, dass Müller diese neue Situation nicht verkraften kann: "Ich wäre an seiner Stelle total froh und dankbar, dabei zu sein. Vor ein paar Monaten hat noch keiner über ihn gesprochen und er hatte gefühlt noch keinen Marktwert. Jetzt ist das natürlich eine herausfordernde Rolle. Ich glaube, dass er das realistisch einschätzen kann, dass er sich da nicht zu viele Gedanken macht."

Müller muss seine Situation objektiv einschätzen können - wie auch alle anderen zehn, elf Akteure, bei denen es nicht für einen Kaderplatz reicht. Die zwei Siege zuletzt helfen natürlich dabei.

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Gonther: "Wichtig war erst mal, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben in Bezug auf unseren Kader. Das haben wir geschafft. Die Mannschaft blüht auf. Wir sind besser, als wir es in der Hinrunde waren. Das ist das Wichtigste!"

Titelfoto: Bildmontage: Lutz Hentschel (2)

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