Dynamo-Coach Anfang kann auch während WM-Pause kaum abschalten: "Wahnsinnig ehrgeizig"

Dresden - Sechs sieglose Spiele in der 3. Liga musste Dynamo Dresden im Endspurt vor der WM-Pause ertragen. Die Möglichkeit zur Wende wird sich erst nach dem Winter-Turnier bieten. Das ließ auch SGD-Coach Markus Anfang (48) nicht kalt.

Auch im letzten Drittliga-Spiel gegen den FSV Zwickau gelang Markus Anfang (48) der Befreiungsschlag, der die WM-Pause erträglicher gemacht hätte, nicht.
Auch im letzten Drittliga-Spiel gegen den FSV Zwickau gelang Markus Anfang (48) der Befreiungsschlag, der die WM-Pause erträglicher gemacht hätte, nicht.  © Lutz Hentschel

Besonders "von jetzt auf dann abzuschalten und loszulassen" falle dem 48-jährigen Trainer nach so einem ersten Halbjahr an der Elbe schwer, wie er im Interview mit der Bild-Zeitung verriet.

Kein Wunder, immerhin gingen die Schwarz-Gelben mit drei bitteren Niederlagen gegen den 1. FC Saarbrücken, den SV Wehen Wiesbaden und den SV Waldhof Mannheim im Gepäck in den Zwangsurlaub.

Auch die Abstiegskandidaten Rot-Weiss Essen und FSV Zwickau konnten nicht geschlagen werden. Der letzte Triumph gelang den Dynamos am 9. Oktober gegen den VfL Osnabrück.

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Erst am 15. Januar, wenn der SV Meppen im Rudolf-Harbig-Stadion gastiert, darf Anfang den Umschwung einläuten. Dabei juckt es dem Übungsleiter eigentlich in den Fingern.

"Würden wir aus Spaß Tischtennis spielen und ich ständig verlieren, dann würde ich so lange spielen, bis ich mal gewonnen habe. Auch wenn wir dafür das Flutlicht anmachen müssen", erzählte er. "Ich bin halt einfach wahnsinnig ehrgeizig."

Markus Anfang verbringt seine freie Zeit in Köln

An der Seitenlinie steht Markus Anfang (48) sein Ehrgeiz ins Gesicht geschrieben.
An der Seitenlinie steht Markus Anfang (48) sein Ehrgeiz ins Gesicht geschrieben.  © Lutz Hentschel

Beim Blick auf die Tabelle dürfte sich dieser Ehrgeiz noch intensivieren. Dort steht die SGD nach 17 Spieltagen mit 23 Punkten nur auf dem neunten Platz und hinkt den eigenen Aufstiegs-Ansprüchen weit hinterher.

Der frühere Bundesliga-Profi könne allerdings inzwischen mit derartigen Situationen umgehen.

"Ich habe in der Vergangenheit gemerkt, dass es wichtig ist, eine gewisse Lebensqualität für dich zu haben. Wir haben alle nur das eine Leben. Wenn du dich immer wieder mit dem Ergebnis konfrontierst, wirst du nicht mehr glücklich. Davon muss man sich lösen, wenn Familie und Kinder da sind", so Anfang.

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Außerdem erklärte er mit der nötigen Prise Selbstreflexion: "Zu viel Ehrgeiz kann manchmal ein Hindernis sein."

So soll das Abschalten in der freien Zeit dann doch noch funktionieren. Die Pause verbringt er übrigens in seiner Geburtsstadt Köln: "Ich gucke, wie es meinen Eltern geht, und besuche meine Schwester."

Ein paar Tage hat er dafür noch Zeit. Allerdings beginnt am 8. Dezember in Dresden wieder der Ernst des Drittliga-Lebens.

Darüber hinaus soll vom 12. bis zum 21. Dezember beim Trainingslager im türkischen Belek der Grundstein für eine erfolgreiche Rückrunde gelegt werden.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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