Wieder getroffen: Dynamo-Verteidiger Keller kann auch Offensive!
Gelsenkirchen - Ist es ihm hinten zu langweilig? Thomas Keller (26) erzielte in seinem vierten Spiel sein drittes Tor für Dynamo, zum dritten Mal nach einem ruhenden Ball. "Nö", lachte der Innenverteidiger. "Ich hatte in der Abwehr schon einiges zu tun." Aber seine Tore helfen natürlich - so auch beim 2:2 auf Schalke.
"Ich schicke ihn dann immer mit nach vorn, dass er seine Tore macht", grinste sein Nebenmann Julian Pauli (20). Und das klappt derzeit. Das ist schon verrückt, seinen eigentlichen Job verrichtet er mit Bravour, in seinem Nebenjob glänzt er zudem. Das Tor zum 1:0 gegen Fürth, das 2:1 in Magdeburg und nun das befreiende 2:2 auf Schalke.
"Ja, irre", schüttelte der 26-Jährige den Kopf. "Ich stehe zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der Ball ist mir auf den Kopf gefallen, ich musste ihn aus zwei Metern nur noch reindrücken."
Stefan Kutschke (37) hatte zuvor nach der Ecke von Alexander Rossipal (29) das Luftduell mit Schalke-Keeper Loris Karius (32) gewonnen und aufgelegt.
Dynamo Dresden weiter ungeschlagen in 2026
Vielleicht hätte er sich vor seinem Wechsel aus Heidenheim eine Torprämie in den Vertrag schreiben lassen sollen? "Schön wär's. Ich muss mal mit Sören Gonther reden, ob wir das nachträglich noch eintragen können", lachte er laut.
Das eigentlich Verrückte an diesem ohnehin schon verrückten Nachmittag war ja der Fakt, dass Dresden das Spiel hätte sogar noch komplett drehen können. Nach Kellers Ausgleich hatte Dynamo noch zwei gute Möglichkeiten.
"Ich sehe das so: Wir müssen stolz auf uns sein, dass wir nach dem 0:2 bei der Kulisse noch einen Zähler mitgenommen haben. Das will ich im Abstiegskampf in den Vordergrund rücken. Da zählt jeder Punkt, den nehmen wir gern mit", so Keller.
Und da wir schon bei verrückt sind: Die Schwarz-Gelben haben in den ersten vier Spielen der Rückrunde acht Punkte geholt - fünf mehr als in der Hinrunde zum gleichen Zeitpunkt, sind 2026 ungeschlagen. Trotzdem sorgte das 2:2 dafür, dass sie wieder auf einen direkten Abstiegsplatz gerutscht sind.
"Ja, gut, die Tabelle. Da werde ich jede Woche danach gefragt. Am Ende geht es darum, dass wir Stück für Stück Punkte sammeln. Wir haben schon einige aufgeholt. Ob das jetzt nach dem 21. Spieltag der 16. oder 17. Tabellenplatz ist, ist nicht so entscheidend. Wichtig ist, dass wir nach dem 34. über dem Strich stehen", sagte der "Torjäger".
Liefern Keller und Co. weiterhin so stabil, dürfte das aber nur eine Frage der Zeit sein, bis dieser ominöse Strich in weite Ferne rückt. Gern auch mit weiteren Treffern von ihm.
Titelfoto: IMAGO / Steinsiek.ch
