Dynamo-Matchwinner Vermeij mit Näschen und Emotionen: "Bin auch ein Mensch"

Dresden - Es war wohl ein äußerst glücklicher Umstand, dass ausgerechnet bei Dynamo Dresdens Dauerläufer Robert Wagner (22) in Minute 68 keine Körner mehr vorhanden waren. Und Vincent Vermeij (31) hatte das mit seinem Torriecher in der Nase ...

Vincent Vermeij bejubelt seinen entscheidenden Treffer zum 1:0 gegen Lautern.  © Lutz Hentschel

"Ich habe versucht, ihn reinzuschießen, aber meine Kraft war am Ende. Deswegen habe ich den Ball nicht getroffen", gestand Wagner nach Dynamos so wichtigem 1:0-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Vermeij hatte das in seinem Stürmerblut schon vorher erahnt, sich von seinem Gegenspieler leicht nach hinten abgesetzt und Alexander Rossipals scharfe Hereingabe mit links in die Maschen gehauen - der so wichtige Führungs- und Siegtreffer, der das Tor zum Klassenerhalt ganz weit aufgeschlossen hat.

"Das war der einzige Moment, wo ich wirklich den Ball mal auf den Fuß bekommen habe", befand der Niederländer nach seinem neunten Saisontor beim Interview-Marathon.

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"Das haben wir in der Halbzeit noch besprochen, dass die Momente da sind. Wir waren vom Gefühl her einfach besser drin als unsere Gegner und wussten, einer muss ankommen. Und dann müssen wir da sein."

Er war es, und der Großteil der 31.403 Fans im Rudolf-Harbig-Stadion explodierte vor Ekstase. Sie investierten viel, litten aber auch aufgrund der Spannung - ähnlich wie ihr Team und Vermeij. Nach einer schlechten Flanke von Jason Ceka schrie er seinen Frust raus, hätte sich fast die Hose zerrissen.

"Ich bin auch ein Mensch, habe auch Emotionen. Ich kann nicht böse sein auf mich oder auf einen anderen, das bringt nichts", so der 31-Jährige. "Weiter geht's. Aber ja, das ist manchmal für einen Stürmer einfach ganz schwierig."

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Vincent Vermeij setzt sich keine Zahl als Torziel, aber will wichtige Treffer erzielen

Abklatschen mit dem Trainer: Vincent Vermeij (31, r.) ist Thomas Stamms Mann für die wichtigen Tore.  © Lutz Hentschel

In 22 Spielen hat Vermeij inzwischen trotzdem neun Tore erzielt. Keiner bei der SGD hat mehr. Stürmerkollege Christoph Daferner (28) hat sieben in 29 Partien. Mit vier Assists ist Vermeij zudem auch noch bester Scorer.

"Ich glaube, ich hatte mehr Tore im Kopf. Ich setzte mir nie eine Zahl als Ziel, aber ich weiß, wie viele Tore ich in den guten Saisons gemacht habe. Da hatte ich immer zweistellig. Und das hat man natürlich vor der Saison dann auch im Kopf. Aber wenn man dann hier nach drei Tagen irgendwelche Krankheiten bekommt und dann raus ist für die nächsten Monate, dann verändert sich das", machte der Angreifer klar.

Und: "Aber ich bin zufrieden. Hauptsache, die Tore sind wichtig. Und keine Ahnung, 1:5 zu verlieren und ich schieße ein Tor, das bringt mir auch nichts. Da bin ich auch nicht glücklich."

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Außerdem ist die Saison noch nicht vorbei. Beim nächsten - und vielleicht schon entscheidenden - Duell am Samstag in Braunschweig kann er Dynamo mit seinem zehnten Saisontor bereits zum Klassenerhalt schießen.

"Ich hoffe es, ja. Wir geben alles dafür. Wenn wir so weitermachen, dann weiß ich auch, die Chance kommt noch. Und dann müssen wir ihn genau wie heute einfach reinschieben."

Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Schalke 04 32 49:28 67
2 SV 07 Elversberg 32 60:36 59
3 Hannover 96 32 56:40 58
4 SC Paderborn 07 32 55:43 58
5 SV Darmstadt 98 32 56:42 51
6 Hertha BSC 32 44:37 48
7 1. FC Kaiserslautern 32 49:47 46
8 Karlsruher SC 32 50:60 43
9 1. FC Nürnberg 32 41:42 42
10 Holstein Kiel 32 42:43 41
11 VfL Bochum 1848 32 46:45 40
12 SG Dynamo Dresden 32 51:50 38
13 Arminia Bielefeld 32 47:48 36
14 1. FC Magdeburg 32 49:56 36
15 Eintracht Braunschweig 32 34:52 34
16 Fortuna Düsseldorf 32 30:49 34
17 SpVgg Greuther Fürth 32 45:66 34
18 SC Preußen Münster 32 37:57 29

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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