Dynamos Kapitän schlägt Alarm! Tim Knipping bemängelt Einstellung

Dresden - Es scheint ein schwarz-gelbes Phänomen zu sein. Bei Borussia Dortmund wird Jahr für Jahr die fehlende Mentalität beklagt, wenn Spiele leichtfertig hergeschenkt werden. Einfach mal bei Marco Reus (33) nachhaken, wie sehr er diese Fragen liebt.

SGD-Kapitän Tim Knipping (29) rüttelte seine Teamkollegen verbal wach. (Archivfoto)
SGD-Kapitän Tim Knipping (29) rüttelte seine Teamkollegen verbal wach. (Archivfoto)  © picture point/Sven Sonntag

Bei Dynamo Dresden ist es nun genauso. Da schlägt Kapitän Tim Knipping (29) Alarm. Für ihn hat die Einstellung beim 1:1 bei der SpVgg Bayreuth nicht gepasst.

"Man muss ganz klar sagen: Bayreuth hat gezeigt, worauf es im Fußball ankommt. Nicht immer gewinnt die bessere Mannschaft. Es gewinnt die Mannschaft, die den Sieg mehr möchte", sagte er.

Schon allein diese Sätze sind harter Tobak, ein geradezu vernichtendes Urteil. Aber er legte nach: "Man kann Fehler machen, aber es darf nicht sein, dass die andere Mannschaft den Sieg mehr möchte als wir."

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Da bleibt zu hoffen, dass der 29-Jährige jene Worte auch in der Kabine wählt, um seine Kollegen aufzuwecken. Nur 80 oder 90 Prozent Einsatz und Leidenschaft reichen nicht, in keiner Liga.

Mit ein paar Tagen Abstand werden dem Abwehrmann auch Erklärungen eingefallen sein, woran es lag.

Vielleicht auch daran, dass der Treffer von Manuel Schäffler (33, 7. Minute) eine falsche Sicherheit erzeugte.

Dynamo Dresdens Kapitän Tim Knipping kann sich "nicht erklären, wie wir so den Faden verlieren"

Da war die Welt noch in Ordnung: Tim Knipping (29, 6.v.l.) führte seine Mannen am Samstag in Bayreuth mit dem festen Willen aufs Feld, die Partie zu gewinnen. Klappte nicht, weil Dynamo zu pomadig spielte.
Da war die Welt noch in Ordnung: Tim Knipping (29, 6.v.l.) führte seine Mannen am Samstag in Bayreuth mit dem festen Willen aufs Feld, die Partie zu gewinnen. Klappte nicht, weil Dynamo zu pomadig spielte.  © imago/Dennis Hetzschold

"Ich kann mir nicht erklären, wie wir so den Faden verlieren", rätselte er direkt nach dem Spiel. "Wenn man so früh in Führung geht, muss man das einfach abgezockt herunterspielen. Besser als mit dem Treffer kannst du nicht ins Spiel starten."

Es war nach dem 1:2 beim FC Viktoria Köln und dem 1:1 gegen den FC Ingolstadt 04 bereits das dritte Mal, dass Dynamo sehr früh in Führung ging und die Partie aus der Hand gab.

Danach stellten die Schwarz-Gelben das Fußballspielen ein. Warum fällt es derzeit so schwer, eine gute Leistung auf den Platz zu bringen?

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"Das ist schwierig. Wir fragen uns auch, woran das liegt. Wir nehmen uns viel vor. Wir haben eine ganz klare Taktik, die wir durchspielen wollen und im Training umsetzen. Im Moment bekommen wir das am Wochenende aber nicht so hin", erklärte er.

"Da müssen wir uns hinterfragen, das müssen wir analysieren, und das müssen wir schnellstmöglich besser machen."

Am besten schon am Sonntag gegen den VfL Osnabrück, der nach dem 5:0 gegen den SV Waldhof Mannheim mit breiter Brust kommt.

Titelfoto: imago/Dennis Hetzschold

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