Dynamo-Fans zerlegen Zug nach Krawallen in Bayreuth

Bayreuth - Die Auswärtsfahrt der Fans von Dynamo Dresden nach Bayreuth ist offenbar um einen weiteren negativen Höhepunkt reicher. Einige Anhänger sollen auf der Rückreise in die sächsische Landeshauptstadt einen Zug zerlegt haben.

Zahlreiche Dynamo-Fans nahmen die Reise nach Bayreuth auf sich, doch einige wenige sorgten mit ihrem Fehlverhalten für Fassungslosigkeit.
Zahlreiche Dynamo-Fans nahmen die Reise nach Bayreuth auf sich, doch einige wenige sorgten mit ihrem Fehlverhalten für Fassungslosigkeit.  © Marcus Foerster/Eibner-Pressefoto

Die Reisenden hinterließen in dem Zug der Deutschen Bahn eine Spur der Verwüstung, wie aus Fotos hervorgeht, die der Twitter-Nutzer "Tim Knopf" im Netz teilte.

Anscheinend wurden mehrere Sitze zerfetzt, zahlreiche Ablagebretter herausgerissen und die Lehnen mit den Schriftzügen "Dynamo", "SGD" sowie "ACAB" beschmiert.

"Gestern haben Randalierer auf dem Weg von Bayreuth Richtung Dresden einen Zug regelrecht auseinandergenommen", schrieb der Lokführer dazu in dem Tweet.

Fans vom Dresdner SC von Dynamo-Anhängern angegriffen?
Dynamo Dresden Fans vom Dresdner SC von Dynamo-Anhängern angegriffen?

In den Kommentaren baten andere Anhänger der Schwarz-Gelben anschließend um Entschuldigung.

"Seit 30 Jahren unterstütze ich die #sgd1953, habe in den 90ern diverse Auswärtsfahrten per Zug gemacht, auf denen es auch nicht immer korrekt zuging. Aber dieses Ausmaß erschüttert mich & schreit nach Konsequenzen. Ein großes 'Entschuldigung' im Namen der normalen #sgd1953 Fans", antwortete der User "zolagola" auf den Post.

Laut Polizeieinsatzleiter Benjamin Böhm kam es wohl bereits auf der Hinreise zu Sachbeschädigungen im Fan-Zug, wie unter anderem Radio Bamberg berichtete. Darüber hinaus wurde nach der Ankunft in Oberfranken schon im Bereich des Bahnhofs Pyrotechnik gezündet.

Bilder der Zug-Randale nach dem Spiel zwischen Dynamo Dresden und der SpVgg Bayreuth im Netz

Dynamo-Fahrt nach Bayreuth: 14 verletzte Polizisten, eine zerstörte Imbissbude

SGD-Geschäftsführer Jürgen Wehlend (56, M.) äußerte sich in einem offiziellen Statement zu den Ausschreitungen.
SGD-Geschäftsführer Jürgen Wehlend (56, M.) äußerte sich in einem offiziellen Statement zu den Ausschreitungen.  © Lutz Hentschel

Beim anschließenden Fanmarsch zur Arena, der unter dem Motto "Alle in Bomberjacke" stattfand, fielen die Dynamo-Anhänger dann durch aggressives Verhalten gegenüber Journalisten vor Ort auf. Einem Fotografen wurden dabei seine beiden Kameras gestohlen.

In der Folge überschatteten weitere Ausschreitungen das sportlich enttäuschende 1:1-Unentschieden der Sportgemeinschaft beim Tabellenschlusslicht SpVgg Bayreuth.

So zerstörten einige wenige SGD-Anhänger eine Imbissbude im Gästebereich des Hans-Walter-Wild-Stadions. Laut Polizei wird der entstandene Sachschaden auf 20.000 Euro geschätzt, außerdem haben die Chaoten offenbar Bargeld in Höhe von 5000 bis 10.000 Euro aus der Imbiss-Kasse geklaut.

Dynamo Dresden testet gegen italienischen Erstligisten
Dynamo Dresden Dynamo Dresden testet gegen italienischen Erstligisten

Obendrein wurden insgesamt 14 Beamte, die einem angegriffenen Ordner zu Hilfe eilen wollten, sowie mehrere Gästefans verletzt. Die Polizei ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs.

Dynamos Geschäftsführer Jürgen Wehlend (56) äußerte sich mittlerweile zu den Vorfällen. Es sei "über alle Maße enttäuschend, dass dies einen dunklen Schatten über die Begegnung in Bayreuth wirft".

Titelfoto: Marcus Foerster/Eibner-Pressefoto, Screenshot/Twitter/lokfuehrer_tim

Mehr zum Thema Dynamo Dresden: