Dynamo-Kapitän Kutschke dreht die Zeit zurück, aber vergibt wichtigen Elfer: "Chancen waren da"

Braunschweig - Es stand 0:2, als Stefan Kutschke nach 58 Minuten den Braunschweiger Rasen betrat. Mit ihm wurde der Druck von Dynamo Dresden richtig groß. Erst verschoss er einen Elfmeter (67.), dann traf er per Kopf (86.) zum Anschluss. Trotz zahlreicher Chancen reichte es nicht mehr zum Punkt, der den Klassenerhalt bedeutet hätte. Nach dem Spiel stellte sich der 37-Jährige den Medien.

Stefan Kutschke (M.) traf in Braunschweig zum Anschluss, der aber nicht mehr für einen Punkt reichen sollte.  © IMAGO / Steinsiek.ch

TAG24: Stefan, woran machen Sie es fest, dass es dann nicht mehr zum 2:2 gereicht hat?

Kutschke: "Der Elfmeter-Fehlschuss. Und beim ersten Gegentor kann man den Ball anders klären. Das war vermeidbar. Dann hatten wir nach dem Elfmeter noch genügend Chancen, den Lattenkopfball von Tony Menzel zum Beispiel, um noch 2:2 zu spielen. Jetzt ist es so, wie es ist."

TAG24: Ihr habt dann auch mit langen Bällen agiert. War das der Plan B?

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Kutschke: "Ja, genau. Mit den langen Bällen – Plan B oder C – sind wir zumindest zu Chancen gekommen. Aber insgesamt war es zu wenig. Wir müssen aus solchen Situationen einfach mehr machen."

TAG24: Mit Ihrem Treffer kam nochmal Hoffnung auf. Hatten Sie auch das Gefühl, dass noch was geht?

Kutschke: "Absolut. Nach dem Anschlusstreffer hatte ich schon das Gefühl, dass wir noch den Ausgleich schaffen können. Die Chancen waren ja da. Aber heute haben wir den Torwart ein Stück weit berühmt geschossen – so wie wir es vor zwei Wochen in Düsseldorf schon mal erlebt haben. Aber da müssen wir den Anspruch haben, solche Chancen zu nutzen. Wenn der Keeper gut hält, muss man das anerkennen. Aber wir müssen einfach effizienter sein."

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Stefan Kutschke schaut am Sonntag Fußball - und kann auf zwei Extra-Spiele für Dynamo verzichten

Bei seinem verschossenen Elfmeter zeigt sich Stefan Kutschke (r.) selbstkritisch.  © Andreas Gora/dpa

TAG24: Die drückende Überlegenheit und die dicksten Chancen kamen erst mit Ihrer Einwechslung nach knapp einer Stunde. Was hat bis dahin gefehlt?

Kutschke: "Ich glaube, wir haben uns nicht richtig auf die Atmosphäre eingelassen. Der Gegner hat alles mobilisiert, das Stadion war voll da. Das ist Abstiegskampf pur. In manchen Zweikämpfen waren wir nicht präsent genug. Und dann fällt ein zu einfaches Tor – das darf so nicht passieren."

TAG24: Ihr Elfmeter. Wie bewerten Sie die Szene?

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Kutschke: "Ich habe mich früh entschieden. Aber ich muss ihn entweder ganz hoch oder ganz flach schießen. Am Ende war er halbhoch – und das war die falsche Entscheidung. Der Torwart hält ihn gut, das muss man so sagen."

TAG24: Der Klassenerhalt kann trotzdem am Sonntag feststehen. Was machen Sie um 13.30 Uhr? Mit der Familie spazieren gehen oder Fußball schauen?

Kutschke: "Fußball schauen. Das wird jeder. Aber wir können es nicht beeinflussen. Wichtig ist nur das Spiel in einer Woche gegen Kiel."

TAG24: Für Sie persönlich wird das eine besondere Woche, Ihre letzte als Profi. Wie gehen Sie damit um?

Kutschke: "Ich hätte es mir leichter vorgestellt. Klar ist das etwas Besonderes. Aber ich will den Fokus nicht auf mich legen, sondern komplett auf den Klassenerhalt. Das ist das Wichtigste für den Verein und die Mannschaft."

TAG24: Und dann nur noch ein Spiel statt drei ...

Kutschke: "Ja, bitte. Aber das will jeder."

Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Schalke 04 32 49:28 67
2 SV 07 Elversberg 32 60:36 59
3 Hannover 96 33 57:41 59
4 SC Paderborn 07 33 57:45 59
5 SV Darmstadt 98 32 56:42 51
6 1. FC Kaiserslautern 33 51:47 49
7 Hertha BSC 32 44:37 48
8 Karlsruher SC 33 52:62 44
9 1. FC Nürnberg 32 41:42 42
10 VfL Bochum 1848 33 47:46 41
11 Holstein Kiel 33 43:46 41
12 1. FC Magdeburg 33 52:57 39
13 SG Dynamo Dresden 33 52:52 38
14 Eintracht Braunschweig 33 36:53 37
15 Arminia Bielefeld 33 47:50 36
16 Fortuna Düsseldorf 32 30:49 34
17 SpVgg Greuther Fürth 32 45:66 34
18 SC Preußen Münster 32 37:57 29

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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