Dynamo-Legende Klaus Sammer: "Spiele werden nicht mit Reden gewonnen!"

Dresden - 209 Spiele für die SG Dynamo Dresden, insgesamt vier Jahre auf der Trainerbank in Elbflorenz und zudem Ehrenspielführer der Schwarz-Gelben.

Klaus Sammer (79, 2.v.r.) ist einer der Ehrenspielführer der SG Dynamo Dresden.
Klaus Sammer (79, 2.v.r.) ist einer der Ehrenspielführer der SG Dynamo Dresden.  © imago/Steffen Kuttner

Klaus Sammer (79) ist eine Legende. Eine, die derzeit mit ihren Nachfolgern mitzittert. Der 79-Jährige kommt immer noch regelmäßig ins Stadion und will in diesem auch in der kommenden Saison Zweitliga-Fußball sehen. Nicht reden, machen - das ist seine Devise.

Sammer hat in seiner aktiven Zeit als Spieler und Trainer viele Schlachten geschlagen. Er weiß, worauf es in der jetzigen Situation ankommt. Die noch zwei folgenden Punktspiele dürften rein von der nervlichen Belastung nicht enorm sein, weil Dynamo nicht mehr vor oder zurück kann.

Aber dann in der Relegation. "Du darfst nicht verkrampfen, das war schon bei uns so", sagt er in einem Interview auf der SGD-Homepage: "Du musst als Fußballer deine innere Ruhe behalten. Wenn man die hat, sieht man viel mehr auf dem Spielfeld – und das ist elementar."

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Auch er macht klar: In erster Linie entscheidet der Kopf über Klassenerhalt oder Abstieg.

"Die Ansätze hat die Mannschaft ohne Zweifel, aber Fußball ist und bleibt ein Ergebnissport. Und die Spiele werden eben nicht mit Reden gewonnen, sondern auf dem Platz. Man muss versuchen, Dinge zu erzwingen, man bekommt nichts geschenkt. Und über den Kampf kommt dann das Spielerische", so der Altmeister.

Klaus Sammer drückt Dynamo Dresden die Daumen und appelliert an die Fans

Klaus Sammer (79) ist eines der großen Dynamo-Idole, hat die besten Zeiten der Schwarz-Gelben mitgeprägt. Jetzt muss er sich wieder einmal Sorgen um seine SGD machen.
Klaus Sammer (79) ist eines der großen Dynamo-Idole, hat die besten Zeiten der Schwarz-Gelben mitgeprägt. Jetzt muss er sich wieder einmal Sorgen um seine SGD machen.  © imago/Robert Michael

Sammer blickt dabei auch auf die eigenen Fans. In deren Sog kann viel gelingen, sie können pushen, der zwölfte Mann sein. Dresden wird sie im Rückspiel brauchen.

Er fordert sie auf, die schlechte Saison beiseite zu schieben. "Auch wenn man noch so enttäuscht ist, es bringt nichts, die eigene Mannschaft noch mehr unter Druck zu setzen. Man muss gemeinsam durch so eine Situation gehen."

Sammer weiß aber auch, dass es im Fußball nicht immer so läuft, wie man es sich wünscht. Das hat er in Dresden selbst oft genug am eigenen Leib erfahren.

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Daher würde ihn auch ein Abstieg nicht schrecken: "Der kann völlig neue Dinge erwecken. Das habe ich nach dem Abstieg 1967/68 erlebt: Daraus ist etwas entstanden, wovon man in den Jahren danach gezehrt hat. Wir sind mit Kurt Kresse direkt wieder aufgestiegen in die Oberliga."

Er führte weiter aus: "Es geht immer weiter, so bitter es auch wäre für den Verein, die Stadt und die Fans", sagt er und hegt doch einen Wunsch: "Es wäre schön, wenn wir drin bleiben."

Titelfoto: imago/Robert Michael

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