Dresden - Herthas Supertalent Kennet Eichhorn (16) geht nach Leverkusen, Fabian Reese (28) steht kurz vor einem Wechsel zum VfL Wolfsburg. Für den Hauptstadt-Club bedeutet das frische Millionen. Ein (zumindest kleines) Problem für Dynamo Dresden, das auf der Suche nach ein, zwei starken Mittelfeldspielern keine zahlungskräftige Konkurrenz gebrauchen kann.
Mit Wolfsburg stößt zur neuen Saison ohnehin schon ein neues (finanzielles) Schwergewicht in die 2. Bundesliga. Die Wölfe sind durchaus eine Unannehmlichkeit.
"Wolfsburg ist jetzt natürlich der Big Player in der Liga. Der VfL hat trotz der Kürzungen finanzielle Möglichkeiten wie kein anderer und ist daher für mich auch der Aufstiegsfavorit Nummer eins. Da gibt es zu uns noch gewaltige Unterschiede", gesteht auch Dresdens Finanzgeschäftsführer Stephan Zimmermann (39).
Schon beim TV-Geld sorgt der VfL nach dem Abstieg bei der Konkurrenz für ein wenig Bauchschmerzen. Denn bei den vier Säulen, nach denen die Gelder berechnet werden, ist die "Leistung" die zweitgrößte. Weil Wolfsburg im Berechnungszeitraum (fünf und zehn Jahre) durchgängig Erstligist war und sogar international gespielt hat, gibt's hier den größten Teil des Kuchens für die Niedersachsen.
Viel mehr Geld haben sie ohnehin bereits. Rund 80 Millionen Euro sollen die Wölfe vor allem dank Hauptsponsor Volkswagen vergangene Saison zur Verfügung gehabt haben.
Dynamo Dresden soll mit Robert Wagner relativ weit sein, aber die Big Player könnten in die Suppe spucken
Zur kommenden Spielzeit sollen es noch satte 55 Millionen sein - um Welten mehr als bei Schwarz-Gelb.
"Wir haben aber auch in der abgelaufenen Saison gesehen, dass wir gegen die Großen mithalten können. Ich bin mir sicher, dass wir in Wolfsburg das Stadion mit vielen Fans besuchen", gibt sich Stephan Zimmermann kämpferisch.
Fragt sich nur, mit welchem Personal? Nach TAG24-Informationen sollen die Verhandlungen mit Robert Wagner relativ weit sein. Der defensive Mittelfeldspieler hat sich vergangene Rückrunde aber auch in die Notizbücher deutlich zahlungskräftigerer Klubs gespielt.
Wolfsburg (oder die Hertha) könnten da noch zum Zünglein an der Waage werden und ein paar Scheine mehr drauflegen. Bedarf wäre zumindest da.
Allein 9,5 Millionen Euro haben die Wölfe im letzten Geschäftsjahr für Spielerberater ausgegeben. Bei Dynamo Dresden waren es gerade einmal 384.000 Euro. Das sind Welten!