Dynamos Sportchef Gonther verrät: Nur deshalb konnten wir Kenneth Schmidt holen
Dresden - Zwei Personalien wurden in den letzten Tagen bei Dynamo Dresden immer wieder heiß diskutiert: die Verpflichtung von Kenneth Schmidt (24) von Fortuna Düsseldorf und die Leihe von Tony Menzel (21) zum Drittligisten Rot-Weiss Essen. Für Sportchef Sören Gonther (39) zwei richtig gute Deals.
Einen Spieler trotz Kreuzbandrisses zu verpflichten, das passiert eher selten. 95 Prozent der Vereine nehmen bei solch einer langwierigen Verletzung Abstand. Der FC Erzgebirge Aue ging einmal diesen Weg 2017 mit Sören Bertram (heute 35, Karriereende).
Er dankte später im Relegations-Rückspiel zur 2. Liga mit drei Toren beim 3:1-Sieg gegen Karlsruhe, hielt für die Veilchen die Klasse. Aue hatte damals ähnliche Beweggründe wie jetzt Dynamo.
"Ohne Knieverletzung hätten wir Kenny nie bekommen. Das wäre nicht unsere Kragenweite gewesen", ist Gonther ehrlich. Beim FCE war es damals mit Bertram genauso.
Schmidt, der - natürlich - bei der U23 des SC Freiburg ausgebildet wurde, zog sich seinen Kreuzbandriss im Februar im Training bei Fortuna Düsseldorf zu, ist derzeit in der Reha.
"Wir geben ihm die Zeit. Also grundsätzlich hoffen wir natürlich, dass er zur Wintervorbereitung konkurrenzfähig ist und wir ihn im Zeitraum Oktober und November wieder ins Training eingliedern können. Da kriegt der Junge aber null Druck. Er soll auch keine Rekorde brechen, sondern soll einfach wieder fit werden", erklärt Gonther zu ihm.
Dynamo hat die Chance bei Schmidt genutzt, "weil er ein unfassbares Potenzial hat. Deswegen freue ich mich da schon drauf, wenn er für uns auf der Wiese steht", so der Geschäftsführer Sport.
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Dynamo Dresden hofft bei Tony Menzel auf eine ähnliche Leih-Entwicklung wie bei Jonas Oehmichen
Auch bei Menzel würde er sich freuen, wenn er in einem Jahr mit dem Selbstvertrauen zurückkommt, das Jonas Oehmichen (22) nach seiner Aachen-Leihe an den Tag legt.
Menzel geht ein Jahr in die 3. Liga. Das hatte sich zuletzt so ein bisschen abgezeichnet, "dass der Junge einfach Spielpraxis braucht", so Gonther.
Im Vorjahr war die Konkurrenz im Mittelfeld groß, jetzt ist sie noch größer geworden. Die Chancen, regelmäßig zu spielen, wären für Menzel eher gering gewesen. Daher der Weg in den Ruhrpott.
"Beide Seiten haben das proaktiv angestrebt. Er wollte das. Wir haben mit Rot-Weiss einen Superverein gefunden. Tony ist für Essen eine absolute Verstärkung. Ich werde ihn eng begleiten, werde mir das anschauen. Und dann kommt er nächstes Jahr genauso zurück, mit viel Selbstvertrauen hoffentlich, mit viel Spielzeit und greift dann wieder an", verrät Gonther seinen Menzel-Plan.
Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Sven Sonntag; Lutz Hentschel

