Er verließ Dynamo für Union: Jetzt kehrt Sturmjuwel Bohdanov nach Dresden zurück
Berlin/Dresden - Diese Saison will er es wohl endgültig wissen. Mit seinen jetzt 19 Jahren kann Dmytro Bohdanov nicht mehr in der Junioren-Bundesliga spielen. Jetzt soll dem einstigen Dynamo-Juwel bei Union Berlin der endgültige Durchbruch gelingen.
Dass er alle Möglichkeiten dazu hat, das hat der Ukrainer schon in der Vorsaison bewiesen. Drei Kurzeinsätze bekam Bohdanov in Bundesliga und DFB-Pokal, um sich zu beweisen.
Nach dem 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach Ende Februar war man in der Hauptstadt voll des Lobes. Schon im Oktober 2025 legte er beim 2:1 (n. V.) gegen Arminia Bielefeld einen Treffer auf. Selbst getroffen hat er (noch) nicht.
Am Talent sollte es also eigentlich nicht mangeln. Die Einstellung bestimmt das Pendel an der Waage. In Dresden wurde sie ihm zum Verhängnis.
"Nach vielen Gesprächen sind wir gemeinsam zur Erkenntnis gekommen, dass die Vorstellungen, wie wir die Entwicklung fördern wollen, nicht mit denen des Spielers übereinstimmen", kommentierte der damalige Sportgeschäftsführer Thomas Brendel den Abgang.
Und: "Wir hätten 'Mitja' gern auf dem weiteren Weg begleitet, müssen jedoch auch einsehen, wenn es nicht passt."
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Zeigt Dmytro Bohdanov im Test gegen Dynamo Dresden, wie gut er ist?
Atmosphärische Störungen sollen zur Trennung geführt haben. Schon vorher meinte Brendel: "Er hat ein erhöhtes Selbstbewusstsein, was für einen Stürmer an sich eine sehr gute Voraussetzung ist. Sein Können gepaart mit der Mentalität eines Tony Menzel - dann wäre er längst Stammspieler."
Berlin ist für den Junioren-Nationalspieler der Ukraine die große Chance. In der Vorbereitung will der 19-Jährige unter dem neuen Coach Mauro Lustrinelli (50) auf sich aufmerksam machen. Da kam die U19-EM in Wales eher ungelegen, denn die überschnitt sich mit dem Trainingsstart am 1. Juli.
Bohdanov hat sie trotzdem zur Eigenwerbung genutzt. Erst im Halbfinale gegen den Vize-Europameister Deutschland war für seine Auswahl Schluss. Der Stürmer machte alle vier Spiele von Beginn an, traf einmal und wird auf Notizzetteln stehen.
Am Samstag (14 Uhr) im Testspiel gegen die SGD, das auch ein Teil der sechsstelligen Ablösesumme sein soll, wird er sich erst recht beweisen und zeigen wollen, dass sein Wechsel nach Berlin ein Glücksfall war. Auch die Familie ist inzwischen in die Hauptstadt gezogen, sein jüngerer Bruder soll auch im Nachwuchs der Eisernen untergekommen sein.
Sich vor dem Testkick äußern durfte er übrigens nicht. Aber vielleicht lässt er ja Taten sprechen.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Contrast, Lutz Hentschel

