Bis vor Kurzem noch halbtags: Ex-Löwe Engels ist Dynamos neues "Auge"
Dresden – Stephan Engels (35) ist seit 1. April Kaderplaner bei Dynamo Dresden und somit die rechte Hand von Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39). Gesehen hat man ihn erstmals so richtig im Camp in Windischgarsten. Zum einen, weil er viel unterwegs ist, zum anderen, weil er lieber im Verborgenen bleibt.
Losgeeist hat Dynamo Engels bei den Löwen von 1860 München, halbtags. Er war Außendienstler in einem Heizungs- und Sanitärunternehmen.
"Ich habe in dieser Branche gelernt und immer dort gearbeitet. Aber dem Arbeitgeber war immer bekannt, dass die Fußballgeschichte nebenherläuft. Mir wurde gesagt, ich kann das gern machen, solange ich meinen Hauptjob nicht vernachlässige", erklärt der 35-Jährige.
"Am Ende wurde es dann doch ein bisschen viel. Dann war ich froh, dass ich die Chance bekommen habe, es hauptberuflich zu machen", so Engels, der den Absprung vom Krisenclub in Giesing schaffte.
Die Familie zeigt sich ebenfalls erfreut, den Mann und Vater öfter zu sehen als früher. "Die Konstellation ist gut so, wie sie jetzt ist. Ich komme aus Velbert bei Düsseldorf. Aktuell bin ich zwei bis drei Tage die Woche in Dresden. Das wird erst mal so bleiben", sagt das "Dynamo-Auge".
Sören Gonther hat sich frühzeitig auf Stephan Engels festgelegt
Dass er bei Dynamo gelandet ist, lag an Gonther, der beim Scouting mehr raus auf die Plätze der Republik will und sich nicht nur auf Daten- und Videoscouting verlassen möchte. Das Live-Scouting kam Gonther zu kurz.
"Wir müssen mehr vor Ort, mehr unterwegs sein. Genau das macht Stephan seit Jahren hervorragend. Deswegen ist er so gut vernetzt", lobt der Sportchef.
Engels machte das Rennen unter acht Kandidaten, mit denen sich Gonther mindestens einmal getroffen hatte. "Am Ende sind drei übrig geblieben, mit denen konkrete Gespräche geführt wurden. Ich hatte da schon gehofft, dass er es macht, wusste aber, dass andere ihn auch wollen. Ich habe ihn angerufen und gesagt: 'Ich hätte Bock, dass du das machst.' Er hat direkt darauf geantwortet, dass er das ähnlich sieht", freut sich Gonther.
Dass es für beide die richtige Wahl war, hat man in dieser Transferphase gesehen.
Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

