Erst hui, dann pfui: Schwache zweite Halbzeiten kosten Dynamo viele Punkte

Karlsruhe - Selbst Christian Eichner musste zugeben, "froh" gewesen zu sein, dass "dann irgendwann Pause war". Eine Aussage, die zeigt, wie dominant Dynamo Dresden die ersten 45 Minuten auswärts beim Karlsruher SC bestritt. Doch wieder einmal muss die Frage erlaubt sein: warum nur in Halbzeit eins?

Thomas Stamm (43) bekam seine Mannen in Halbzeit zwei nicht mehr angetrieben.
Thomas Stamm (43) bekam seine Mannen in Halbzeit zwei nicht mehr angetrieben.  © imago/Jan Huebner

Thomas Stamm (43) sprach nach dem 3:3 (3:1) von einer "sehr guten Zielstrebigkeit und Effizienz" in der ersten Halbzeit. Auch nach der Pause sei seine Mannschaft "die ersten zehn Minuten gut drin, mutig" gewesen.

"Auch was Verlagerungen anbelangt, gegen eine andere Systematik und Umstellung, die der KSC vorgenommen hat. Dann hat uns ein Stück weit die Zielstrebigkeit gefehlt."

Nicht das Einzige, was Dynamos Coach über eine halbe Stunde lang im Wildpark so vermisste: "Dann gehört es dazu, dass du mal den Ballbesitz des Gegners aushältst. Und für mich ist es eine Frage von Mut. Also wie treten wir nicht nur die zehn bis 15 Minuten nach der Pause auf, sondern wie treten wir hier über 90 Minuten auf und ziehen unsere Art und Weise durch."

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Aber muss man den Ballbesitz des Gegners wirklich aushalten, oder bringt man ihn so wieder zurück ins Spiel? Fakt ist, Karlsruhe besitzt eine krasse Wucht, warf zum Schluss alles nach vorn. Dresden schien ein wenig die Kraft auszugehen, die Wechsel funktionierten nicht.

Wäre nach 45 Minuten Schluss, stünde Dynamo Dresden auf Platz zwei

Allein Niklas Hauptmann traf zweimal in Halbzeit eins, in der zweiten Hälfte konnte Dynamo nicht mehr nachlegen - ein bekanntes Phänomen.
Allein Niklas Hauptmann traf zweimal in Halbzeit eins, in der zweiten Hälfte konnte Dynamo nicht mehr nachlegen - ein bekanntes Phänomen.  © Marc Schüler/dpa

"Wir kommen hinten einfach nicht mehr raus, schieben nicht mehr ordentlich nach und pressen nicht mehr raus. So haben wir auch wenig Balleroberungen, und dann wird es hier schwer", beschrieb Ben Bobzien (22) die letzte halbe Stunde.

"Ich glaube nicht, dass es ein taktisches Thema ist", gestand Niklas Hauptmann (29). "Karlsruhe hat auch Qualität. Und dann die Themen, die in der ersten Halbzeit für uns waren: Zweite Bälle, Zweikämpfe, die wir für uns entschieden haben. Das hat sich gedreht in der zweiten Halbzeit."

Wie so oft in dieser Saison! Geht ein Spiel nur 45 Minuten, ist die SGD mit 40 Punkten als Zweiter direkter Aufsteiger. In den zweiten 45 Minuten mit 19 Punkten als Vorletzter direkter Absteiger.

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Das Problem verfolgt die Verantwortlichen seit Monaten. Und die Lösung? Scheinbar nicht so einfach! Ein Ansatz des Trainers: "Wenn du ein Stück passiv wirst, der Gegner mehr Ballsicherheit hat, mehr Kontrolle hat, dann trotzdem in diese Aktivität reinkommen. Das müssen wir besser machen."

Titelfoto: imago/Jan Huebner

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