Ex-Dynamo Aosman fliegt hochkant bei seinem Klub raus: "Wir haben es satt"

Nikea (Griechenland) - Deutliche Ansage! Der griechische Erstligist Ionikos Nikeas und Aias Aosman (28) gehen mit sofortiger Wirkung getrennte Wege. Die Gründe für die vorzeitige Vertragsauflösung haben es in sich.

Für Adana Demirspor kam Aias Aosman (28, r.) sogar schon im Testspiel gegen den Chemnitzer FC zum Einsatz. Kurz darauf heuerte er dennoch bei Ionikos an.
Für Adana Demirspor kam Aias Aosman (28, r.) sogar schon im Testspiel gegen den Chemnitzer FC zum Einsatz. Kurz darauf heuerte er dennoch bei Ionikos an.  © Picture Point / Gabor Krieg

"Wir haben geglaubt, dass er sein Verhalten ändern und das anbieten würde, was er in seinem ersten Jahr angeboten hat. Leider wurden wir enttäuscht", hieß es im offiziellen Statement des Klubs.

Der frühere Mittelfeldspieler von Dynamo Dresden war erst im vergangenen August in die Super League 1 zurückgekehrt und ließ dafür ein Engagement bei Adana Demirspor sausen.

Eigentlich hatte der technisch beschlagene Offensiv-Akteur im Juli nämlich einen Einjahresvertrag in der Türkei unterschrieben, dann entschied er sich aber doch für einen Wechsel zu Ionikos, wo er bereits während der Saison 2021/22 aktiv war und mit guten Leistungen überzeugte.

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Trotzdem kam eine Ausweitung seines Kontrakts im Sommer zunächst nicht zustande, was offenbar mit einem Wortbruch sowie disziplinarischen Ausfällen des Spielmachers zusammenhing. Letztere wurden ihm nun allem Anschein nach erneut zum Verhängnis.

"Er hat zahlreiche Probleme in der Umkleidekabine verursacht. Sein Verhalten gegenüber seinen Teamkollegen, seinem Trainer und sogar den Fans des Teams ging über die Grenzen hinaus. Wir waren geduldig, da wir ihn neben seinen wiederholten Disziplinarvergehen als Fußballer geschätzt haben", hieß es in der Mitteilung.

Mitteilung von Ionikos Nikeas zur Entlassung von Aias Aosman

Ionikos Nikeas erhebt schwere Vorwürfe gegen Aias Aosman

Mit Dynamo Dresden stieg Aias Aosman (28) 2016 in die 2. Bundesliga auf. Drei Jahre später verließ er die Schwarz-Gelben. (Archivfoto)
Mit Dynamo Dresden stieg Aias Aosman (28) 2016 in die 2. Bundesliga auf. Drei Jahre später verließ er die Schwarz-Gelben. (Archivfoto)  © Lutz Hentschel

"Obwohl es schon in der vergangenen Saison Vorfälle gab, die die Ruhe in der Umkleidekabine und das Klima innerhalb der Mannschaft gestört hatten, (...) entschieden die Verantwortlichen, ihm eine Begnadigung zu gewähren", schrieb der Klub weiter.

Demnach rechtfertigen seine Leistungen auf dem Platz die Verfehlungen abseits des Rasens inzwischen nicht mehr, obwohl Aosman in 14 Einsätzen immerhin zwei Treffer erzielte und zwei weitere vorbereitete. Ins Detail bezüglich der erwähnten Vergehen wollte Nikeas aber nicht gehen.

"Nach 17 Spielen in der Liga ist sein Beitrag zum Team minimal bis null", so die klare Ansage. "Bis heute hat sich sein Verhalten auf und neben dem Feld nicht verändert. Gegenüber dem Verein, der ihm Millionen bezahlt hat. Gegenüber der Klubführung sowie der Familie Tsirigotis (Besitzer von Ionikos, Anm. d. Red.), die ihn unterstützt, ihm vertraut und ihm einen dicken Vertrag gegeben haben."

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Die harschen Anschuldigungen, zu denen sich der Ex-Dynamo bislang nicht selbst geäußert hat, gipfelten schließlich im Ziehen der Reißleine. Auch dabei hielt der griechische Erstligist nicht gerade hinter dem Berg.

"Wir haben ihm viele Gelegenheiten gegeben, er hat keine davon genutzt"

"Wir haben es satt, uns mit Aias Osmans Schwindel zu beschäftigen, mit allem, was er (nicht) auf und neben dem Feld tut. Wir haben ihm viele Gelegenheiten gegeben und er hat keine davon genutzt. Im Gegenteil, er pfeift weiterhin gleichgültig darauf und schaut alleine auf sich selbst, aber nicht auf unsere Mannschaft."

"Kein Fußballer steht über Ionikos und der großen Geschichte des Vereins", schloss der Tabellenletzte der Super League 1 die niederschmetternde Erklärung ab.

Aosman kickte zwischen 2015 und 2019 in Dresden und kommt auf stolze 107 Pflichtspiele für die SGD. Darüber hinaus stand er auch 15-mal im Dress der syrischen Nationalmannschaft auf dem Rasen.

Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg, Lutz Hentschel

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