Herrscht jetzt Übermut bei Dynamo? Stamm tritt auf die Euphorie-Bremse
Dresden - Dynamo ist heiß! 16 Punkte aus neun Spielen der Rückrunde, nur eine Niederlage – und dann dieses irre 6:0 gegen Münster. Dynamo Dresden ballert sich gerade aus dem Keller, ist im Flow – und genau diesen Schwung wollen die Sachsen auch am Samstag in Paderborn mitnehmen.
Trotz des deutlichen Sieges warnt Trainer Thomas Stamm (43) jedoch vor Übermut. Ein Spannungsabfall sei aber nicht zu befürchten, betont er, und verweist auf die Gesamtsituation: "Wir müssen doch nur auf die Tabelle schauen. Da stehen wir nicht so, dass wir uns nach einem 6:0 furios verhalten können."
Die Mannschaft sei sich bewusst, dass noch nichts erreicht ist. Mit aktuell 29 Punkten ist der Klassenerhalt noch lange nicht gesichert.
Tatsächlich bleibt die Lage eng: Der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz (Kiel) beträgt lediglich vier Punkte, auf den Relegationsrang (Münster) sind es drei.
Auch wenn Dynamo über die bessere Tordifferenz verfügt, werden weitere Siege dringend benötigt, am besten noch drei oder vier.
Thomas Stamm sieht weiter Verbesserungspotenzial bei Dynamo Dresden
Der klare Sieg gegen Münster habe der Mannschaft zwar gutgetan, doch die Höhe des Ergebnisses spiele intern keine übergeordnete Rolle. "Ob 6:0 oder 1:0 ist egal", so Stamm: "Wir tun gut daran, Woche für Woche auf die Tabelle zu gucken in solchen Momenten, wenn man vielleicht mal einen furiosen Heimsieg gefeiert hat. Weil: Das erdet dann relativ schnell wieder."
Viel wichtiger sei es, den Fokus konsequent auf die kommenden Aufgaben zu richten.
Und die nächste hat es in sich: Mit Paderborn wartet erneut ein Top-Fünf-Team. Die Gastgeber kämpfen mit 48 Punkten weiterhin um den Aufstieg, stehen nach zuletzt zwei Unentschieden gegen Braunschweig (1:1) sowie in Bielefeld (2:2) aber mächtig unter Druck. Sie dürfen sich keine weiteren Patzer erlauben.
Die Chance für Dynamo? Die Schwarz-Gelben wittern ihre Möglichkeit. Dynamo reist laut Stamm mit "Selbstvertrauen und Selbstverständnis" an, das nicht nur aus dem Münster-Spiel resultiert, sondern aus den vergangenen Wochen insgesamt. Dennoch sieht der Schweizer weiterhin Verbesserungspotenzial: "Nach dem 6:0 denken alle, es war das perfekte Spiel. Dem ist nicht so."
Genau daran will die Mannschaft arbeiten – um auch in Paderborn zu bestehen und dem Ziel Klassenerhalt einen weiteren Schritt näherzukommen.
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Titelfoto: Lutz Hentschel

