Hetze im Netz, auch bei Dynamo! Hass-Kommentare werden gelöscht
Dresden - Der DOSB schlägt Alarm, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Biathletin Vanessa Voigt (28) klagte an, US-Eiskunstlauf-Star Ilja Malinin (21) ebenso - die Athleten sind bei Olympia massiven Anfeindungen im Netz ausgesetzt. Doch all das eskaliert auch auf kleinerer Bühne. Einige Dynamo-Profis können ein Lied davon singen. Doch wie reagiert der Verein darauf?
"Es fängt an mit 'Du bist unfähig, du bist ein arrogantes Arschloch' bis hin zu ein bisschen harmloseren Sachen im Sinne von 'Der deutsche Skisport geht unter, es ist ja erbärmlich, was ihr hier bringt, die Teamleistung ist absolut unterirdisch'", berichtete Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund (25):
"Um es hart auszudrücken, ich glaube, dass jeder Idiot bei Social Media eine Stimme bekommt und diese auch kundtut."
Wo ist die Gesellschaft in dieser Hinsicht eigentlich falsch abgebogen? Um sich vor derartigen Pöbeleien zu schützen, setzt der DOSB auf künstliche Intelligenz, die den Athleten zur Verfügung gestellt wird.
"Es wurden bislang schon gut 1300 Hasskommentare von der KI herausgefiltert, einige davon werden von der Staatsanwaltschaft untersucht", sagte Olaf Tabor, Chef de Mission des deutschen Teams.
Dynamo Dresden fischt Hass-Kommentare händisch aus den sozialen Medien
Eine KI hat Dynamo nicht. "Wir filtern das in unserer Medien-Abteilung noch persönlich heraus", sagt Dynamos Pressesprecher Christoph Antal (31).
"Wir ziehen das knallhart durch, um auch unsere Spieler zu schützen. Beleidigungen, Hass und Hetze wollen wir auf unseren Seiten nicht sehen. Das wollen wir überhaupt nicht sehen. Es soll oberhalb der Gürtellinie bleiben."
Gerade bei besonderen Themen wie "Love Dynamo, Hate Racism" wird noch einmal mehr hingeschaut.
Mittlerweile ist das Unkenntlichmachen einiger Kommentare fast ein 24/7-Job.
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Dynamo Dresden bereitet Spieler auf solche Situationen vor und bietet Sportpsychologe an
Auf den eigenen Social-Media-Seiten kann das Dynamo händeln, auf Fanseiten der SGD nicht. Da gibt es viele rührige.
Dort werden auch oft die Artikel verschiedener heimischer Medien über die Schwarz-Gelben geteilt und kommentiert - von den Betreibern zwar kritisch in jeglicher Hinsicht, aber fair und ohne Hetze. Was von manchen Kommentaren nicht behauptet werden kann.
Nach dem 1:2 gegen Elversberg stand Keeper Tim Schreiber (23) wieder im Fokus. Was da manche über ihn ablassen, ist tief böse, verachtend und niederträchtig.
Und das alles in der Anonymität des Internets. Keiner würde ihm das persönlich ins Gesicht sagen, und keiner würde das über sich lesen wollen.
"Die Spieler wissen, wie sie damit umgehen müssen. Da weiß jeder, dass dies nicht einmal die durchschnittliche Meinung ist", erklärt Antal.
"Wir machen vor jeder Saison eine Medienschulung, wo wir genau auf diese Problematik hinweisen, wir bereiten unsere Spieler darauf vor. Ihnen steht in besonderen Fällen auch unser Sportpsychologe zur Verfügung", sagt der SGD-Pressesprecher.
Titelfoto: Bildmontage: imago images/photothek; Lutz Hentschel

