Knapp 6000 Dynamo-Fans sind mit auf Schalke! "Wir müssen uns vor keinem verstecken"
Dresden - Mitgefiebert. Das ist vermutlich das richtige Wort für Dynamos Niklas Hauptmann (29), wenn es um die Vorwoche geht. Er lag beim 1:1 seiner Jungs gegen Bielefeld krank auf dem Sofa und schaute das Spiel am TV. "Das Schlimmste überhaupt", sagt er. Jetzt ist er wieder fit und wird am Samstag (13 Uhr) auf Schalke erstmals auf dem Rasen stehen.
Im Oktober 2019 stand er im Kader des 1. FC Köln und war beim Bundesligaspiel mit in der Veltins-Arena. Gespielt hat er beim 1:1 nicht. "Das war aber 'ne coole Stimmung im Stadion", weiß er noch. Die gibt es nun wieder.
Über 60.000 werden da sein, 5700 Fans kommen aus Dresden. Das wird von der Atmosphäre her kochen. Für die meisten im Dynamoland ist es nach dem Auftritt am 1. November im Berliner Olympiastadion das zweite ganz große Highlight der Saison.
"Natürlich ist das von der Zuschauerzahl her etwas Besonderes. Ich denke an die knapp 6000 von uns, die da mitkommen. Das ist gut für uns. Ansonsten geht es um drei Punkte und darauf sollten wir uns konzentrieren", bleibt Hauptmann ganz nüchtern.
Es ist vielleicht auch das Beste derzeit für Dynamo. Bei sich bleiben, nicht träumen, schon gar nicht abheben. Trotz der sieben Punkte in der Rückrunde ist noch nichts erreicht. Wäre jetzt Schluss, ginge es in die Relegation.
Dann doch lieber noch weiter den Hamster spielen und Punkte sammeln für den sicheren Klassenerhalt. Drauf hat es die Truppe, das hat sie in den ersten drei Spielen des noch jungen Kalenderjahres bewiesen - im Gegensatz zu Schalke, das vielleicht seinen ersten Hänger der Saison hat.
SGD-Kapitän Hauptmann glaubt an Zählbares gegen den FC Schalke 04
Dresden muss sich nicht verstecken. "Ich finde, das müssen wir uns vor keinem Gegner", so Hauptmann: "Wir kennen die 2. Liga. Es spielt gar keine Rolle, wer gerade einen Lauf hat und wer nicht, wer in der Tabelle wo steht. Es kann alles passieren", weist er noch mal auf das Bochum-Spiel im November hin.
Der VfL hatte einen Lauf, Dresden die Krise und Dynamo siegte mit einem starken Taktgeber namens Hauptmann mit 2:1. "Schalke hat ordentlich Qualität, trotzdem traue ich uns etwas zu", sagt "Haupe".
Und er hat eine besondere Motivation. Einen SGD-Sieg in Gelsenkirchen gab es noch nicht. Bei einem der ganz wenigen Erfolgserlebnisse von Dynamo war Niklas' Papa Ralf dabei.
Im alten Parkstadion hieß es am 2. November 1991 immerhin 1:1. "Interessant zu wissen. Dann wird's mal Zeit, um die ersten drei Punkte zu entführen", schmunzelt Niklas.
Titelfoto: Fotomontage.IMAGO/Zink,IMAGO/osnapix

