Löwen-Unmut nach Dynamo-Ausgleich: Kutschke verteidigt sich

Dresden - Das zwischenzeitliche 1:1 von Dynamo Dresden war der Gamechanger, wie es heute so schön auf Neudeutsch heißt. Stefan Kutschke (56.) drehte die Partie mit seinem Kopfballtor bei 1860 München, die Dennis Borkowski (77.) auf 2:1 stellte. Doch der Ausgleich sorgte bei den Löwen für Frust.

Stefan Kutschke (34) köpfte Dynamo zum Ausgleich.
Stefan Kutschke (34) köpfte Dynamo zum Ausgleich.  © Sven Hoppe/dpa

Was war passiert? Die Löwen Tim Rieder (29) und Leandro Morgalla (18) prallten bei einem Kopfballduell im Mittelfeld zusammen, Rieder blieb verletzt liegen.

Dresden hatte den Ball, der dann bei Ahmet Arslan (28) landete. Die Münchner gingen davon aus, dass die Dynamos das Leder deshalb ins Aus spielen.

Da auch Schiedsrichter Tobias Reichel (37, Sindelfingen) keinen Anlass sah, die Partie zu unterbrechen, tat Arslan das auch nicht - verständlich.

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Und so hatte Arslan genügend Zeit und Platz, seine butterweiche Flanke aus dem Stand aufs Haupt von Kutschke zu servieren, der ins lange Eck traf.

"Also mal ehrlich", holte Kutschke nach der Partie Luft. "Ich bin absolut für Fairplay, das steht für mich an allererster Stelle. Aber hier?", fragte er.

"Klar, die können sich aufregen. Aber wenn das Spiel anders läuft, dann fragt man sich schon, wie oft ist das umgedreht schon gegen uns passiert? Für mich war die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben", so der Altmeister.

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Auslöser des Unmuts: Nach dem Zusammenprall von Tim Rieder (29, u.) und Leandro Morgalla (18) spielte Dynamo weiter.
Auslöser des Unmuts: Nach dem Zusammenprall von Tim Rieder (29, u.) und Leandro Morgalla (18) spielte Dynamo weiter.  © IMAGO / MIS

Zumal es eben auch kein Foul eines Dresdners war. Man kann es daher auch anders formulieren: 1860 hat in dieser Situation komplett abgeschaltet, Dynamo ist wach und im Spiel geblieben, hat die Situation für sich genutzt.

Doch schon vorher waren die Schwarz-Gelben nach den ersten schwachen 20 Minuten drin. Aber dieser Start! Warum passiert das? Die Anfangsphase war zum wiederholten Mal problematisch.

Als Beispiel: In Durchgang eins ist die SGD Tabellenletzter, im zweiten Erster. "Die Problematik haben wir angesprochen. Ich will nicht sagen, dass wir das brauchen. Das wäre nicht gut, ständig einem Rückstand hinterherzulaufen. Wir waren unsortiert, waren noch nicht bei der Sache. Das war schon in der Hinrunde so. Das müssen wir schnell aufarbeiten."

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Das passierte in München schon ab der 20. Minute. "Wir haben Mentalität gezeigt. Das ist genau das, was in der 3. Liga gebraucht wird", so Kutschke. Gegen Halle am Samstag dann von Anfang an? "Wäre gut", grinste er.

Mittlerweile gab es auch Konsequenzen für 1860-Coach Michael Köllner. Der 53-Jährige wurde am Dienstag entlassen.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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