"Organisierte Kriminalität": BSW-Politiker fordert nach Skandal-Spiel, dass dieser Punkt "kein Tabu mehr" ist

Von Jörg Schurig

Dresden - Nach den Ausschreitungen beim Fußball in Dresden mehren sich die Stimmen nach Folgen für die Vereine. "Konsequente Stadionverbote, klare Auflagen und ein entschiedenes Vorgehen gegen gewaltbereite Gruppen müssen selbstverständlich werden. Vereine stehen hier in der Verantwortung – und sie müssen dieser auch gerecht werden", erklärte der sächsische BSW-Innenpolitiker Bernd Rudolph (63) in Dresden. 

BSW-Politiker Bernd Rudolph (63) forderte nach den Ausschreitungen in Dresden ein entschiedenes Vorgehen.  © Steffen Füssel

Die massiven Ausschreitungen rund um das Spiel von Dynamo Dresden gegen Hertha BSC zeigten erneut, dass "Teile der Fanszene bewusst eskalieren und Gewalt in Kauf nehmen", erklärte das Bündnis Sahra Wagenknecht im Sächsischen Landtag.

Die eingeleiteten Ermittlungsverfahren durch Polizei und Deutschen Fußball-Bund seien notwendig, dürften aber nicht das einzige Signal bleiben. 

"Was wir in Dresden erlebt haben, ist keine Fankultur, sondern organisierte Gewalt. Wer so handelt, verlässt den Boden unseres Rechtsstaats", betonte Rudolph. Es entstehe erneut der Eindruck, "dass man sich mit problematischen Teilen der Fanszene arrangiert hat. Genau hier braucht es endlich eine klare und dauerhafte Abgrenzung. Wegschauen oder Beschwichtigen verschärft das Problem." 

Die Folgen der Eskalation träfen vor allem Polizei und Öffentlichkeit, betonte Rudolph: "Hunderte Einsatzkräfte, Unterstützung aus anderen Bundesländern, erhebliche Kosten – und das alles, um Situationen zu beherrschen, die vermeidbar wären. Das kann auf Dauer nicht der Normalzustand sein." 

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BSW-Politiker Bernd Rudolph: "Null Toleranz gegenüber Gewalt muss endlich Realität werden"

Am Wochenende war es beim Zweitliga-Spiel in Dresden zu heftigen Krawallen gekommen.  © Lutz Hentschel

Rudolph verwies darauf, dass eine finanzielle Beteiligung der Vereine in Sachsen bislang kein Thema ist. "Das sollte auch nicht der erste Schritt sein. Aber angesichts solcher Entwicklungen darf selbst diese Debatte kein Tabu mehr sein, wenn andere Maßnahmen nicht greifen." 

"Die große Mehrheit der Fans will friedlichen Fußball. Sie hat ein Recht darauf, dass der Staat konsequent handelt – und dass Vereine alles dafür tun, Gewalt aus ihren Reihen zu verdrängen. Null Toleranz gegenüber Gewalt muss endlich Realität werden."

Beim Zweitliga-Spiel Dresden gegen Hertha war es am vergangenen Samstag zu Krawallen gekommen, an denen beide Fanlager beteiligt waren. Zunächst wurde Pyrotechnik gezündet. Danach kletterten Fans über die Zäune und attackierten sich im Innenraum des Stadions.

Die Partie musste zweimal unterbrochen werden. Polizisten versuchten, das Geschehen in den Griff zu bekommen und die Lager zu trennen. Die Polizei hat mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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