Entsetzen nach Skandalspiel in Dresden: "Trauriger Tag für den Fußball"

Von Ralf Marx

Dresden - Mit Fußball oder einem friedlichen Start ins Osterfest hatte Dynamo Dresdens Partie gegen Hertha BSC nur wenig zu tun. Die Krawalle werden nachhallen - aber auch auf das Spiel hatten sie ihren Einfluss.

Hässliche Szenen: Das Zweitliga-Heimspiel der Dynamos gegen die Berliner Hertha wurde von schweren Ausschreitungen überschattet.
Hässliche Szenen: Das Zweitliga-Heimspiel der Dynamos gegen die Berliner Hertha wurde von schweren Ausschreitungen überschattet.  © Lutz Hentschel

"Das ist ein trauriger Tag für den Fußball, solche Sachen haben hier nichts verloren. Fußball sollte vereinen", beschrieb Hertha-Keeper Tjark Ernst (23) seine Wahrnehmung nach der Partie in Dresden.

"Es war wichtig, dass wir fokussiert bleiben, nicht zu sehr runterfahren. Schon wichtig, wenn man mit dem Kopf im Anwesen ist, weil wenn es weitergeht, musst du da sein. Das ist uns gelungen", so Ernst.

20 Minuten war die Partie ab der 19. Minute unterbrochen - gar nicht so leicht für Spieler beider Teams, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Unfassbare Eskalation: Schwere Krawalle zwischen Dynamo- und Hertha-Fans
Dynamo Dresden Unfassbare Eskalation: Schwere Krawalle zwischen Dynamo- und Hertha-Fans

"Ja, aber ich würde insgesamt sagen, dass es ein sehr wildes Spiel war. Wir haben versucht, uns trotzdem im Fokus zu halten und haben in der Unterbrechung ein paar Dinge angesprochen", erklärte Robert Wagner (22) die Vorgehensweise.

Der Mittelfeldspieler von Dynamo meinte: "Wir haben einfach versucht, das Beste daraus zu machen. Und dann fand ich mit der Zeit, dass wir besser ins Spiel gekommen sind."

Herthas Schlussmann Tjark Ernst (23) zeigte sich angesichts der schweren Ausschreitungen betroffen.
Herthas Schlussmann Tjark Ernst (23) zeigte sich angesichts der schweren Ausschreitungen betroffen.  © IMAGO / Björn Reinhardt
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Nach Jagd-Szenen auf dem Rasen: Dynamo-Cheftrainer Thomas Stamm findet deutliche Worte

Äußerte unmissverständlich seine Meinung nach dem Skandalspiel: Dynamo-Chefcoach Thomas Stamm (43).
Äußerte unmissverständlich seine Meinung nach dem Skandalspiel: Dynamo-Chefcoach Thomas Stamm (43).  © Lutz Hentschel

Sein Trainer sah durch die Pause aber auch einen Bruch im Dresdner Spiel. "Für beide Mannschaften war es schwer, danach reinzukommen. Ich fand schon, dass wir bis dahin einen Tick besser drin waren, haben dann gebraucht. Bis zur Pause sehr zerfahren, wir hatten sehr viele unsaubere Aktionen. Davor fand ich es besser. Wir haben dann die Halbzeitpause gebraucht, sportlich, um uns zu ordnen", so Thomas Stamm (43).

Dynamos Trainer fand deutliche Worte: "Du hättest zwei Mannschaften gehabt, die einen tollen Fußballabend mitgestalten können. Und dass jetzt am Ende andere Dinge im Vordergrund stehen - auch nach so einer Woche -, ist einfach sehr, sehr schade, weil es anders hätte laufen müssen. Gerade im Rahmen, wie diese Woche war für den Verein. Einfach fehl am Platz im Fußball, fehl am Platz in allen Stadien, auch in anderen Sportarten."

"Support super wichtig, aber mit der Art und Weise war es für uns heute sehr, sehr schwierig, da dann auch so ein gutes Spiel zu machen und dann auch die Punkte mitzunehmen. Die Möglichkeiten wären da gewesen, auch sportlich, hier auch was mitzunehmen. Insgesamt eine große Enttäuschung, sportlich eine Enttäuschung, und das Drumherum enttäuscht vielleicht noch viel, viel mehr", erklärte Stamm.

SGD-"Fans" steckten am Geländer des K-Blocks eine Hertha-Zaunfahne in Brand.
SGD-"Fans" steckten am Geländer des K-Blocks eine Hertha-Zaunfahne in Brand.  © Lutz Hentschel

Dass es weiterging, hatte auch mit Schiedsrichter Sven Jablonski (35) zu tun. Stefan Leitl (48) sprach ihm dafür ein großes Lob aus. "Der das wirklich gut gemacht hat. Beide Mannschaften waren gut abgeholt, waren gut informiert. Und Gott sei Dank konnte das Spiel fortgesetzt werden", erklärte der Hertha-Coach.

Titelfoto: Fotomontage (3):Lutz Hentschel (2), IMAGO / Björn Reinhardt

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