"Schuss in den Ofen": Das sagen die Klub-Bosse zu den Krawallen bei Dynamo gegen Hertha
Dresden - Nach den heftigen Krawallen beim Zweitliga-Topspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC am Samstagabend äußerten sich die Geschäftsführer beider Vereine bereits in der Halbzeit mit klaren Botschaften.
"Das ist nicht das, was wir hier sehen wollten. Wir wollten ein tolles Topspiel sehen, volles Haus, über 30.000 Menschen. Die Realität ist leider, dass wir 100 Menschen auf dem Platz gesehen haben, die sich Pyrotechnik gegenseitig hin- und hergeworfen haben", erklärte Dresdens Finanz- und Kommunikationsboss Stephan Zimmermann (38) am Sky-Mikrofon an der Seite seines Berliner Kollegen Dr. Peter Görlich (58).
"Es gibt auch gerade eine sehr große Diskussion, was Sicherheit im Stadion betrifft, wo wir beide als Vertreter der Vereine und als Vereine selbst sehr, sehr stark die Fan-Interessen stärken wollen, aber das war heute ein ganz großer Schuss in den Ofen, vollkommen daneben. Das ist nicht das, wofür wir stehen, wofür wir arbeiten, wofür wir kämpfen - und was wir sehen wollen", fügte der 38-Jährige an.
"Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker", ergänzte Görlich im Hinblick auf die laufenden Debatten über die Stadionverbotsrichtlinien.
"Ich kann mich an der Stelle nur bei allen Beteiligten hier im Stadion entschuldigen", so der Hertha-Geschäftsführer.
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Stephan Zimmermann: "Das hilft uns überhaupt nicht"
In der 19. Minute hatten Anhänger von Hertha BSC den Innenraum des Stadions betreten, versuchten, in einen angrenzenden Dresdner Block zu gelangen, dort kam es zu Prügeleien. Anschließend stürmten rund 60 Dynamo-Anhänger aus dem K-Block auf den Rasen. Sie und auch Anhänger im angrenzenden Dresdner Block wurden dann von Hertha-Fans mit Pyrotechnik beschossen. Einige dieser Geschosse warfen die SGD-Anhänger zurück in den Berliner Gästeblock. Dann griff schließlich die Polizei schließlich ein. Es folgten eine rund 20-minütige Unterbrechung.
"Das entspricht überhaupt nicht meinem Wertegerüst. Ich habe immer gesagt, wir sind für eine lebendige Fankultur, aber sobald Gewalt im Spiel ist, sobald man auf die Idee kommt, mit Pyrotechnik auf andere Menschen zu werfen, hört es bei mir auf", so Görlich weiter.
Gegenüber Zimmermann betonte, dass man eine große Fanszene habe und sich seit Jahren aktiv einsetze sowie stets im Austausch mit der Polizei und den Fanprojekten stehe.
"Das war vollkommen daneben und hilft uns überhaupt nicht", erklärte der SGD-Boss. "Das müssen wir aufarbeiten. Was aber auch wichtig ist, ist nicht vorzeitig schon Spekulationen zu machen, (...) was hier der Grund ist, wie das passiert ist."
Erstmeldung am 4. April um 22.54 Uhr, aktualisiert am 5. April um 3 Uhr.
Titelfoto: Lutz Hentschel, Swen Pförtner/dpa, Andreas Gora/dpa

